Armin Schuster
Vielen Dank, Herr Präsident. Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Dass der Deutsche Fußballbund sein 125-jähriges Gründungsjubiläum in Sachsen, am Gründungsort in Leipzig, gefeiert hat – darin stimme ich Herrmann Winkler zu –, ist ein beachtliches Zeichen an den Fußball und überhaupt an den Breitensport im Osten, der auch im Fußball immer noch ein wenig dafür kämpfen muss, um auf Augenhöhe zu kommen. Ein ganz großer Dank an den DFB. Das hat Symbolkraft. Der DFB steht aber, Herr Böhme, schon in erster Linie für den Breitensport. Denjenigen, die das ein bisschen assoziieren mit dem „Da wird viel Geld verdient“, sage ich: Das ist Deutsche Fußball-Liga. Der DFB geht ab der dritten Liga abwärts und ist im Wesentlichen für Breitensport verantwortlich. Dass wir im Breitensport so erfolgreich sind, liegt natürlich auch daran, dass die Länder viel in ihn investieren. Staatsministerin Köpping sagte gerade zu mir: „Was für eine schöne Debatte!“ Das meinte sie ernst; ich auch. Ich habe kaum fachlichen Widerspruch zu irgendeinem Redner – ein bisschen schon, aber das lasse ich jetzt einmal weg. Zum Titel habe ich Widerspruch, Herr Pallas: „Nach der Feier kommt die Arbeit.“ Nein! Wir haben schon eine ganze Menge Arbeit vorher hineingesteckt, um jetzt feiern zu können, und das geht auch weiter so. Das ist für mich eigentlich eher so. (Zuruf Albrecht Pallas, SPD) Dieses Jubiläum gäbe es nicht, wenn der Haushaltsgesetzgeber hier und in den anderen 15 Ländern und im Bund nicht investiert hätte. Ich glaube, dass der Sport heute gut dasteht. Wir haben über 700 000 Mitglieder in sächsischen Vereinen. Das ist eine neue Rekordmarke. Ich kenne die Mitgliederzahl nicht genau, weiß aber, dass sie im Jahr 2024 höher gewesen ist als im Rekordjahr 2023. Das ist das Produkt harter Arbeit vor der Feier. Auf der einen Seite zeichnen dafür unzählige Ehrenamtliche verantwortlich. Das ist ja auch Teil des Titels dieser Debatte. Aber wir müssen ihnen auch – das haben wir alle gesagt – einen ganz großen Dank ausrichten. Ob es der Schatzmeister oder der Ehrenamtler ist, der die Eintrittsgelder in Höhe von 5 Euro seit 20 Jahren jeden Samstag mit seiner Ehefrau in seinem heimischen Verein einsammelt, oder ob es der Jugendtrainer ist. Ohne diese ginge im sächsischen Sport nichts. Meine Damen und Herren! Auf der anderen Seite haben wir dank des breiten Konsenses für den Sport hier im Landtag – dafür bedanke ich mich – eine Sportförderpolitik betreiben können, um die uns andere Bundesländer beneiden – immer im Verhältnis. Sachsen gehört mit absoluter Sicherheit aufgrund des gesellschaftlichen Mindsets der Bevölkerung zu den Bundesländern, die das breiteste Bekenntnis zum Sport haben. Deshalb ist Sachsen auch Sportland, und nicht in erster Linie wegen der Medaillen, sondern weil die Menschen hier Sportler sind. Das dokumentieren natürlich auch zahlreiche Erfolge der Spitzensportler. Ich nehme nur das letzte Wochenende: Julia Taubitz, Jessica Degenhardt, Axel Jungk, Francesco Friedrich als Europameister. Dass das möglich war, liegt daran, dass wir in den letzten zehn Jahren in die Sportstätten investiert haben. Wir sind nicht am Ende, die Statistik beweist das. Klar ist, dass noch viel vor uns steht; aber wir haben vieles getan. Wir haben viel saniert. Wir haben während der Coronazeit schnell und schlagkräftig den Vereinen geholfen. Das sorgt wahrscheinlich auch dafür, dass die Delle bei den Mitgliederzahlen weg ist. Dann haben wir das Sonderprogramm zur Unterstützung des Ehrenamtes geschaffen. Darüber müssen wir diskutieren. Ich glaube, dass Sport ein Supertrainingsfeld für parlamentarische Konsultation ist. Das hat die Debatte gezeigt; ich bin völlig offen bei jedem, der hier gesprochen hat. Wir haben – der Abg. Rost hat es gesagt; ich wiederhole es nicht – unglaublich viel investiert. Nichts davon war zufällig. Vieles bis alles war wohl überlegt und vor allen Dingen mit den Partnern im organisierten Sport abgestimmt. Einige Haushaltspolitiker haben mich wegen meiner Übergriffigkeit kritisiert, (Zuruf Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) dass ich mit dem Landessportbund diesen Einjahresvertrag gemacht habe. Der Landessportbund – zumindest einige seiner Vertreter – haben mich kritisiert, weil es nur 28,8 Millionen Euro waren und keine Steigerung enthalten war. Ich habe von nahezu überall Kritik erfahren, aber ich glaube, heute haben alle verstanden, dass wir damit Strukturen bewahrt haben, auf die es ankommt. Diese Investition in den LSB hat all das verhindert, was Sie an Schreckensszenarien hätten ausmalen können, bei Trainern, in Vereinen, bei der Ehrenamtsunterstützung usw. Deswegen glaube ich auch, dass heute viele verstanden haben, warum wir das getan haben und warum auch dieser Betrag richtig war. Der Vertrag ist eines der sinnvollsten sportpolitischen Instrumente, die ich kenne. Das macht nicht jedes Land so. Er steht für gelebte Partnerschaft zwischen Politik und organisiertem Sport. Er steht für mehrere Tausend effiziente und unbürokratische Zuwendungsverfahren, in denen der Staat sich raushält. Es ist also gelebter Bürokratieabbau und deshalb auch Best Practice. Er steht auch dafür, dass sich der Sport dadurch viel autonomer selbst organisieren kann, weil die Förderverfahren für Verbände und Vereine in einem vereinbarten Rahmen und mit finanzieller Unterstützung des Freistaates eigenständig durch den Sport geregelt werden, und das ist, glaube ich, etwas, wo ich mit den Kommunen auch weiter hinmöchte. Der Landessportbund, all seine Verbände und Vereine haben jedenfalls durch die Verlängerung dieses Vertrages absolute Planungssicherheit. Ich hätte mir das in meinem Verantwortungsbereich auch noch für andere vorstellen können; aber ich habe mich nicht getraut, die Haushaltspolitiker noch mehr zu provozieren. Ich glaube, für den Sport war es aber gut. Meine Damen und Herren, jetzt kommen finanzielle Zeiten auf uns zu, bezüglich derer ich eine Bitte habe: Eine fünfjährige Legislatur macht man nicht abhängig – in der Stimmungslage – von einem zweijährigen Haushalt. Sie wissen, was ich damit sagen will, denn dieser kommende Doppelhaushalt wird nicht einfach bei dem, was wir vorhaben, aber die Legislatur geht fünf Jahre. Bei der Frage, ob wir in die Sportstätteninfrastruktur zum Beispiel investieren können, bitte nicht nur auf den nächsten Doppelhaushalt schauen; die Periode geht länger. Ich will es sportlich sagen: Jetzt, Herr Böhme, Herr Nguyen, Herr Lippmann, Herr Pallas, Herr Gumprecht und lieber Wolf-Dietrich Rost, kommt es darauf an, dass wir zusammenhalten – wie eine Mannschaft. Jetzt kommt es darauf an, dass wir zusammen einen Haushalt hinbekommen, der dem Sport hilft. Sie haben Vorschläge, ich mache sie Ihnen auch, aber ich will schon mal in mein Kästchen blicken lassen: Für mich hätte absolute Priorität der konsumtive Bereich, bevor wir so viel über den investiven Bereich sprechen. Im konsumtiven Bereich können wir vieles kaputtmachen, was ich – um Gottes willen – Sie bitte, zu bewahren. Und deshalb: Wir sind offen für jede Konsultation. Neben dem konsumtiven Bereich will ich einen zweiten herausgreifen: Wir brauchen Expertise, und deshalb drücke ich Sebastian Gemkow alle Daumen, dass wir es wirklich hinbekommen mit der Universität Leipzig, dass die akademische Trainerausbildung kommt, so wie sie im Koalitionsvertrag steht, auch das ist geldbefangen. Aber das muss, glaube ich, ein Fokus sein, weil ganz Deutschland darauf wartet. Drittens, Herr Nguyen, Olympische Spiele elektrisieren Gesellschaft und den Sport. Jedes Land, das in den letzten 20 Jahren Olympische Spiele veranstaltet hat, hat eine sportpolitische Entwicklung genommen; das ist ein Zuckerschlecken. Jetzt bin ich auch ehrlich: Da bin ich auch Lobbyist. Ich weiß, dass ich mit Olympischen Spielen auch hier im Landtag, in dieser Gesellschaft etwas auslöse, was Tagesordnungspunkt Befragung der Thema der Staatsministerin und Gesellschaftlichen bekämpfen – nationaler Für die Staatsregierung berichtet zunächst die Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Frau Petra Köpping, zu dem Thema „Tierseuchen bekämpfen – nationaler und andauernder Kraftakt“. Hierfür stehen ihr nach § 5 Abs. 2 Satz 1 der Geschäftsordnung 5 Minuten zur Verfügung. Anschließend erhalten die Fraktionen für jeweils 7 Minuten Gelegenheit, der Staatsministerin Fragen zu stellen, die sich thematisch auf ihren Geschäftsbereich beziehen. Ich erteile nun der Staatsministerin das Wort; bitte schön, Frau Staatsministerin Köpping.
