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Romy Penz

AfD 03.05.2024 Sitzungen 7/88

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist keine neue Erkenntnis, dass die Bildung unserer Kinder nicht mehr das ist, was sie einmal war, und schon gar nicht das, was sie sein sollte. Es reicht nicht, jedes Mal nach einer neuen Studie zum Bildungsstand wieder und wieder das Ergebnis zu beklagen. Der aktuell gültige Bildungsplan für Kitas aus dem Jahr 2011 ist schon sehr alt. Zehn Jahre später kündigte das Kultusministerium einen Prozess der Fortentwicklung an, und dieser Prozess dauert und dauert bis heute. Höchstwahrscheinlich Ende 2025, also eine ganze Generation KitaKinder später, werden wir einen überarbeiteten Bildungsplan zu Gesicht bekommen. Ich finde, die Bildung unserer Kinder verdient aber höchste Priorität. Sehr geehrte Damen und Herren, mit unserem Antrag möchten wir unsere Unterstützung anbieten. Wir möchten für den neuen Bildungsplan die Vorschulbildung verbindlicher machen und die Rolle der Erzieher stärken. Bereits im letzten Plenum haben wir eine Aufwertung der frühkindlichen Bildung gefordert, sie sollte als verbindliche erste Stufe im sächsischen Bildungssystem verankert werden. Heute wollen wir dies mit konkreten Punkten, die wir als grundlegend erachten, untermauern. Wir wollen erstens zeitlich strukturierte Tagesabläufe für Kita-Kinder, also ab dem Alter von drei Jahren. Was heißt das konkret? Kinder brauchen von Geburt an Sicherheit. Sie orientieren sich zuerst an ihren Familienmitgliedern, an Mama, Papa oder Geschwistern. Dabei geben ihnen Regeln eine feste Tagesstruktur, Halt und Verlässlichkeit, um zu stabilen, selbstbewussten Menschen heranzuwachsen. Kinder sollten daher auch in der Kita feste Regeln, Strukturen und zeitliche Abläufe erleben. In der Kita sind es insbesondere die erwachsenen Erzieher, die diese vermitteln. Fehlt Kindern diese Stabilität, kann dies negative Auswirkungen auf ihre Entwicklung haben. Ja, diese Erkenntnis steht bereits im Sächsischen Bildungsplan im Bildungsbereich „Somatische Bildung“. Dennoch gibt es Einrichtungen, in denen die Kinder frei entscheiden können, was sie den ganzen Tag lang machen oder eben nicht machen wollen. Ich möchte Ihnen ein Beispiel aus unserer letzten Stadtratssitzung nennen: Circa 20 Eltern waren gekommen, weil eine Kita in freier Trägerschaft das pädagogische Konzept an – Grundlagen für bereits in der Kita legen AfD, mit Stellungnahme der Staatsregierung komplett geändert hat, ziemlich zügig hin zu einer offenen Kita. Ich komme aus Flöha. Ich habe mir das Konzept angeschaut, speziell das Thema Pädagogikbereich 6.2 Kindergarten. So wird es dort gelernt. Ich lese es einmal vor; es umfasst eine knappe halbe Seite: Im Kindergartenalter erweitern sich die Beteiligungsmöglichkeiten durch die Umsetzung offener Arbeit. Die Mädchen und Jungen können Interessen, Erfahrungen und Standpunkte in Gesprächsrunden oder individuell einbringen, um ihren Alltag zu gestalten. Sie reflektieren ihre Erlebnisse und Erfahrungen gemeinsam mit dem pädagogischen Personal. Die Kinder wählen Spielzeuge und Spielpartner frei aus. Es gibt vier Kinderkonferenzen im Jahr zu Alltagsentscheidungen, Spielzeug, Essen, Feste, Spielzeugplatzgestaltung etc. unter Beachtung ihrer Ressourcen. Die Kinder lernen voneinander soziales Verhalten und Kommunikation. Die Kinder entscheiden, an welchen Angeboten sie gruppenübergreifend teilnehmen. Sie nutzen dabei die verschiedenen Aktivitäten in den Häusern und melden sich in ihrer Gruppe an und ab. Die Kinder dürfen selbstständig in den Außenbereich gehen, wenn sich dort eine Aufsichtsperson befindet. Die Kinder entscheiden mit, was im Portfolio verbleibt und wer Einsicht nehmen darf. Jedes Kind wird anhand unserer Beobachtung zu seinem Schlafbedürfnis einem Schlafhaus zugeteilt. Die offene Arbeit gibt den Kindern die Möglichkeit, sich ihren Kita-Alltag nach ihren Interessen selbst zu gestalten: Wahl der Bezugsperson, des Angebotes, des Raumes, des Spielpartners. (Vereinzelt Beifall bei den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN) Das sexualpädagogische Konzept der gleichen Kita umfasst übrigens sechs Seiten – nichts von Zahlen oder Malen. Es ist verständlich, dass die Eltern genau diese Probleme sehen, welche wir Ihnen hier noch einmal konkret aufzeigen und wofür wir Lösungen anbieten. Die Kinder sind in diesem Alter noch nicht in der Lage, einschätzen zu können, wann sie Schlaf benötigen oder wann sie motorische Fertigkeiten erlangen. Diese Verantwortung tragen wir als Eltern, Großeltern oder die Pädagogen. Kommen wir zum zweiten Punkt – auch eine Forderung der Eltern –: Wir wollen feste Lernziele für grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die Kinder für die Grundschule beherrschen sollen. Was heißt das? Was das heißt, weiß eigentlich auch Herr Piwarz; denn nicht umsonst hat er vor knapp einem Monat verbindliche Standards und verpflichtende Lernziele gefordert. Im Bildungsplan werden bewusst keine Kompetenzkataloge formuliert. Begründung: Grundschulen erkennen die Heterogenität der Schulanfänger an und nutzen sie als Motor zur Bildung einer Klassengemeinschaft. Der Motor, meine Damen und Herren, stottert mittlerweile wohl mehr, als dass er läuft. Altersgerecht entwickelte Kinder im Grundschulalter sollten mindestens in der Lage sein, einen Stift korrekt zu halten, mit einer Schere zu schneiden oder einen Ball zu fangen. Dabei spreche ich noch nicht einmal vom Erkennen von Zahlen, Formen oder Buchstaben. Wenn aber in Schuluntersuchungen erst auffällt, dass diese Dinge nicht beherrscht werden, ist es für die Schule zu spät. (Zuruf des Abg. Sören Voigt, CDU) Drittens. Daher wollen wir verbindliche Lerneinheiten oder spielerische Übungen, deren Umfang und Zeit festgelegt sind. Natürlich reicht es nicht, in einem Leitfaden, der den Bildungsplan darstellt, nur hineinzuschreiben, dass der Umgang mit Sprache, Schrift und Lesen ohne konkrete Ziele stattfinden soll. Genau das war die Kritik der Eltern, die uns im Stadtrat besucht haben. Dazu benötigen wir verbindliche Vorgaben. Wie viel Zeit wird mit dem Vorlesen, dem Umgang mit Schriftsprache, dem Verständnis mit Zahlen eingeräumt? Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben. Das ist ein Satz, den Sie hier alle so gern hören und immer wieder vortragen. Aktuell gilt dies aber nicht, weil es keine Verbindlichkeiten gibt. Meine Damen und Herren! Für uns gehört noch mehr dazu. Wir wollen eine ideologiefreie Bildung auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. (Beifall bei der AfD) Wie wir bereits mehrfach gefordert haben, gehört für uns weder Politik noch Ideologie in die Kita. Kinder sollen frei von derartigen Einflüssen aufwachsen. Dazu gehört, dass sie beispielsweise nicht durch vermeintlich pädagogische Angebote zur Vielfalt der Geschlechter bedrängt werden. Des Weiteren benötigen wir dringend die Stärkung der Erzieher. Auch das kam zur Sprache. Daher wollen wir – fünftens – pädagogische Fachkräfte wieder als Wissensvermittler, praktische Anleiter und auch als Erzieher stärken. Hierbei geht es uns nicht darum, das Kind in enge Grenzen zu zwingen oder seinen Willen zu brechen. Vielmehr geht es darum, Kindern Wege aufzuzeigen, die sie allein vielleicht nie beschritten hätten. Geht es einzig um den individuellen Willen eines Kindes, lernt es am Ende nur das, was ihm Spaß macht oder besonders leichtfällt. Fast so ähnlich hat es eine Mutter an diesem Abend formuliert. Kinder müssen sich im Leben auch mit Dingen beschäftigen, die anstrengend sind oder weniger Spaß bereiten. Genau das deckt sich mit den Aussagen der Eltern. Erzieher sind Vorbilder und vermitteln Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen. In der Kita erkennen die Erzieher oft als Erste Besonderheiten oder Schwierigkeiten in der Entwicklung eines Kindes. Deshalb fordern wir in unserem Antrag Mechanismen und Leitfäden für Erzieher, die ihnen ihre Arbeit erleichtern und Kindern schnellere Unterstützung zusichern. Dazu gehört, dass den Erziehern genug Zeit zu Beratung, Fallbesprechung und Austausch unter Kollegen bleibt. Die bisher vorgesehenen Zeiten für Vor- und Nachbereitung reichen für so etwas oft nicht aus. Des Weiteren ist uns wichtig, dass diese Themen in der Aus- und Fortbildung von Erziehern behandelt werden. Jedes Kind ist einzigartig und kommt als kleiner Mensch mit eigenem Charakter auf die Welt. Alle Kinder werden nicht mit dem Wissen über diese Welt geboren. Sie lernen von Eltern, Großeltern, Geschwistern, Erziehern. Sie bekommen Regeln des Zusammenlebens beigebracht. Sie üben täglich Fertigkeiten und Fähigkeiten, die sie für das Leben benötigen. Zum Leben gehört auch die Schule. Deshalb müssen wir alle Kinder gut darauf vorbereiten. Auch dazu braucht es Regeln und Verbindlichkeiten. Das soll unser Antrag gewährleisten. Daher bitte ich Sie um Zustimmung zu unserem Antrag. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die CDUFraktion spricht nun Herr Abg. Gasse.

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