landtag.sachsen.de ↗

Valentin Lippmann

GRÜNE 03.05.2024 Sitzungen 7/88

Ich würde meine Redezeit gern noch dazu nutzen, dem Kollegen Kühne das kurz zu erklären. So häufig wie Sie sich – – Sie reden ja selten und dann meistens in einer Art und Weise, bei der ich durchaus sage: Okay, dem kann man zuhören. Gleichwohl macht es die Sache nicht zwingend richtig. Wenn Sie nicht bereit sind, nachdem Ihnen hier mehrere Kolleginnen und Kollegen methodische Mängel in der Auswertung einer Großen Anfrage nachgewiesen haben, zu akzeptieren, dass das, was Sie hier suchen, nicht existiert (Jörg Kühne, AfD: Es existiert doch!) und dass das, was Sie hier aufbauen, ein schlichter Popanz ist. Wenn Sie das nicht bereit sind zu akzeptieren: okay. Aber das ist tatsächlich irgendwann eine Vorstellung, die Sie versuchen, in diesem Hohen Hause als Mehrheit begreifen zu wollen, aber nicht die Realität. Das kann ich Ihnen dann nicht nehmen, dass Sie eine falsche Wahrnehmung der Realität haben. Damit müssen Sie umgehen. Ich möchte schlussendlich noch eines sagen: Man kann jetzt viel zum Verhältnis zwischen christlicher Kirche und AfD sagen. Dazu kann man beispielsweise Herrn Timmerevers zitieren, der sagte: „Als Christ kann ich die Ziele und die Haltung der AfD nicht mit unserem Menschenbild und christlichen Grundwerten vereinbaren“, oder auch den Landesbischof Tobias Bilz, der die Werte der AfD für nicht vereinbar hält mit dem christlichen Glauben. (Jörg Kühne, AfD: Das sehen aber viele anders!) Dazu muss man die Frage stellen, ob sich die Kirchen unbedingt wünschen sollten, dass Sie mit Falschbehauptungen versuchen, die Kirchen zu schützen. Aber das müssen Sie miteinander klarkriegen. Interessant finde ich – damit komme ich auf den gestrigen Tag zurück und werde ich dann meine Rede auch schließen –, was Sie gestern gesagt haben, als Sie den Papst als große moralische Instanz bemüht haben. Wir haben lange überlegt, ob wir jetzt mit dem Heiligen Stuhl – weil wir Frieden in der Ukraine brauchen – über eine aus Ihrer Sicht Kapitulation der Ukraine verhandeln sollen. Ich will das nicht wieder aufwärmen, sondern möchte Ihnen einmal die Worte Ihres Spitzenkandidaten, Herrn Krah, zum Papst von vor neun Monaten vorhalten. Der Papst sei – Zitat – „eine absolute Katastrophe und in politischen und moralischen Fragen keinerlei Autorität“. Selbst im Verhältnis zu den höchsten Instanzen der Kirche hält es die AfD so, wie sie es braucht, und das zeigt sie auch mit dieser Großen Anfrage. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Vielen Dank. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der CDU, den LINKEN, der SPD und der Staatsregierung)

Alle Reden von Valentin Lippmann Protokoll ↗