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Wolfram Günther

03.05.2024 Sitzungen 7/88

Wie bekannt ist, befinden wir uns gerade in einem Prozess der kommunalen Wärmeplanung mit gesetzlich verankerten Zeitleisten je nach Größe der Kommune, die sich genau mit diesen Fragen auseinandersetzt. Diesen Prozess unterstützen wir als Freistaat. Wir im Energieministerium haben dazu eine eigene Organisationseinheit geschaffen. Dieses Gesetz ist noch relativ jung; es ist erst wenige Monate alt. Mit der Sächsischen Energieagentur begleiten wir Kommunen in diesem Prozess, um jeweils die beste Lösung zu finden. Die Wärmeplanung betrifft sowohl Fern- als auch Nahwärmenetze. An welchen Stellen sind sie sinnvoll? Wie speisen sie sich? Wo bleibt es bei einer Individualversorgung? Wo kann man bestimmte Dinge miteinander koppeln? Das muss man vor Ort planen. Deshalb gibt es dazu keine zentrale Erhebung. Das entsteht gerade gemeinsam mit den Kommunen. Dabei werden Großwärmepumpen eine bedeutende Rolle spielen. Wenn die Frage des Wasserstoffeinsatzes angesprochen wird, dann ist das am Ende eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Manche sprechen dabei vom Champagner der Energiewende, weil man weiß, wie hoch der Energieaufwand ist, den ich hineinstecken muss, und zwar im Vergleich zu dem, was ich heraushole, wenn ich es wieder verfeuere. Deshalb wird die Wasserstoffanwendung vor allem dort sinnvoll sein, wo Batterie- oder Leitungslösungen nicht funktionieren, ich aber gleichwohl sehr viel Energieeinsatz an einer Stelle brauche. Genauso gibt es Chancen als Speichermedium, bei der Spitzen aus der Erzeugung mit erneuerbaren Energien in einem Medium abgespeichert werden müssen. Es gibt viele Einsatzbereiche für den Wasserstoff. Dass damit jedoch geheizt wird, schätze ich als sehr unwahrscheinlich ein. Das müssen jedoch die Akteure bei sich vor Ort ermitteln. Hätte ein Anwender zum Beispiel überschüssige, aber schwankende lokale erneuerbare Energie, die er nirgendwo anders hinleiten und einsetzen könnte, und er entscheidet, daraus Wasserstoff herzustellen, um ihn später zu verfeuern, dann könnte das in einem solchen recht unwahrscheinlichen Spezialfall vielleicht funktionieren. Aber das wird mit Sicherheit keine Hauptanwendung der Wärmeversorgung in der Zukunft sein. Ob es nachwachsende Rohstoffe sind, ob es Biomasse ist, die verfeuert wird, ob es sich um Großwärmepumpen handelt, um Solar- oder Geothermie: Es gibt viele Möglichkeiten im Bereich der Wärmeversorgung. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Die Redezeit.

Protokoll ↗