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Jörg Kühne

AfD 02.05.2024 Sitzungen 7/87

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Musik, Theater, Tanz oder Malerei gehören ganz selbstverständlich zur Bildung eines jeden Menschen. Bereits ungeborene Kinder nehmen im Bauch ihrer Mutter Töne und Geräusche wahr. Es ist quasi ihr erstes Konzert im Leben. Kinder singen, tanzen, musizieren oder malen spontan und ohne Zwang, wenn ihnen der Raum dafür gegeben wird. Da gibt es zum Beispiel die Kreativ-Kita, in welcher Kinder verschiedene Techniken der Malerei ausprobieren können. Am Ende findet eine Ausstellung mit Vernissage für Eltern, für Erzieher oder auch für Anwohner statt. Sie würden staunen, wie gut die kleinen Künstler sind. Der positive Effekt des Ganzen ist: Kinder können ihre Fantasie und Kreativität ausleben. Sie lernen unbeschwert den Umgang mit Farben und Materialien und sie trainieren ganz nebenbei ihre Fein- und Grobmotorik. Aber das Wichtigste ist: Sie stärken ihr Selbstwertgefühl und sind stolz auf sich. Sehr geehrte Damen und Herren! In der Schule lernen Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen. Später kommen weitere Naturwissenschaften, Technik, Geschichte, Geografie oder Sprachen hinzu. Wie Sie natürlich alle wissen, ist uns das sehr wichtig. Dennoch gehört für uns die musischkünstlerische Bildung ebenso dazu wie Sport und Bewegung. Es ist also ganz in unserem Sinne, wenn Sie mit Ihrem Antrag nun dafür Sorge tragen möchten, dass es – erstens – genug Lehrer für den regulären Musik- und Kunstunterricht gibt und – zweitens – außerschulische Angebote, wie Chöre und Orchester, besser gefördert werden. Besser spät als nie, kann ich da nur sagen. Auch wenn wir Ihrem Antrag zustimmen, möchte ich daran erinnern, dass es bisher schon in Ihren Händen lag, etwas zu ändern. Ich nenne ein Beispiel: die Förderung der Musikschulen. Die Musikschulen bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, um besonders Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Musik, zu Tanz oder zu bildender Kunst zu schaffen. Mit dem Programm „Jedem Kind ein Instrument“ sollen Grundschüler die Möglichkeit bekommen, in der 1. und 2. Klasse ein Instrument zu erlernen. Dazu kommt ein Musikschullehrer direkt in die Schule. Das ist auch gut so; denn insbesondere in ländlichen Regionen ist das Bildungsangebot oft begrenzt oder mit langen Fahrzeiten verbunden. Wir kritisieren aber seit Jahren, dass das zweite Jahr im Gegensatz zum ersten Jahr nicht mehr kostenfrei ist. 120 Euro im Jahr klingen für Sie vielleicht nicht viel, meine Damen und Herren. Aber da ist in der einen oder anderen Familie auch noch der Sportverein oder die Tanzschule, die das Kind besucht. Dann müssen sich die Eltern am Ende doch entscheiden, eines davon nicht mehr zu finanzieren. Ich finde, unsere Kinder sollten es uns doch wert sein, insbesondere dann, wenn man weiß, wofür der Freistaat sonst so alles Geld ausgibt. (Beifall bei der AfD) Wir haben uns in den Haushaltsverhandlungen dafür ausgesprochen, dass die Förderung von Musikschulen erhöht wird. Mit einer Million Euro mehr im Jahr sollen vor allem die Lehrkräfte angemessen bezahlt werden. Das ist ein wichtiger Punkt, meine Damen und Herren; denn wie Sie in Ihrem Antrag formuliert haben, wollen Sie auch Musikschullehrer in Teilzeit gewinnen, um den Unterricht abzusichern. Damit möchte ich zu einem letzten Hinweis kommen: Angesichts der gestiegenen Kosten sollte die Staatsregierung für den kommenden Haushaltsentwurf ausreichend Mittel für die Musikschulen einplanen. Sehr geehrte Damen und Herren! Musik und Kunst sind in der Schule für eine umfassende Bildung genauso wichtig wie Mathematik und Deutsch. (Zuruf der Abg. Sabine Friedel, SPD) Es ist aus unserer Sicht wichtig, einen Weg zu finden, wie Musik- und Kunstlehrer, die nur ein Fach studiert haben, an allen Schulformen tätig werden können. Wir müssen angesichts des akuten Lehrermangels über alle Fächer und Schularten hinweg neue Wege ausprobieren. Das heißt aber nicht, an der Qualität zu sparen. Für uns sind noch immer grundständig ausgebildete Lehrer die erste Wahl; wohlwissend, dass es natürlich auch sehr gute Seiteneinsteiger gibt. Mit den Fächern Musik und Kunst einen Anfang zu machen, begrüßen wir sehr. Möglicherweise kann man aus den gewonnenen Erkenntnissen auch einen Weg für die Absicherung des Sportunterrichts finden. Letztendlich muss es das Ziel sein, allen Kindern eine umfassende Bildung zu ermöglichen; denn in einem sind wir uns sicherlich alle einig: Eine gute Bildung für unsere Kinder ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft. Ich danke fürs Zuhören. (Beifall bei der AfD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Und für die Linksfraktion Frau Neuhaus-Wartenberg, bitte.

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