Christian Piwarz
Vielen Dank. Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dass es dem vorliegenden Antrag der AfD-Fraktion wieder einmal an der notwendigen Substanz und Qualität mangelt und allein schon die Bestandsanalyse fehlerhaft ist, haben meine Vorrednerinnen und Vorredner hinreichend thematisiert. Dieser schlagwortartige und schlagwortorientierte Gemischtwarenladen bildungspolitischer Forderungen ist altbekannt und nichts wirklich Neues. Es ist aber angezeigt, einiges klarzustellen. Der hohe Fachkräftebedarf ist der demografischen Entwicklung geschuldet. Und deshalb bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Umso mehr müssen wir über den gesamten Bildungsprozess von der frühkindlichen Bildung bis zur Berufs- und Weiterbildung gute Rahmenbedingungen schaffen. (Zuruf von der AfD: Diese Entwicklungen sind seit Jahren bekannt!) Jeder soll sein Potenzial ausschöpfen, seine Talente entfalten. Natürlich müssen wir sicherstellen, dass die angehenden Auszubildenden über das anwendungsbereite Wissen und die Kompetenzen für eine erfolgreiche Berufsausbildung verfügen. Ja, bei der Quote der Schüler ohne Hauptschulabschluss besteht Handlungsbedarf. Aber in diesen gut 8 % sind fast 4 % Schülerinnen und Schüler enthalten, die einen Abschluss im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder im Förderschwerpunkt Lernen erworben haben. Hier müssen Sie schon etwas genauer hinschauen und dürfen diese Schüler nicht als „Schüler ohne Abschluss“ pauschal diskriminieren. Und ja, die deutschen PISA-Ergebnisse, die im Dezember letzten Jahres veröffentlicht wurden, zeigen auf, dass wir die Basiskompetenzen – also Lesen, Schreiben und Rechnen – stärken müssen. Trotz unserer vergleichsweise guten Ergebnisse im Ländervergleich – diesen bietet nur der IQB-Bildungstrend – lehnen wir uns nicht zurück, ganz im Gegenteil. Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Bildung ist ein Prozess, der mit der Geburt beginnt, grundsätzlich individuell und lebenslang verläuft.“
