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Susanne Schaper

Die Linke 21.03.2024 Sitzungen 7/86

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich nehme an, dass es jetzt leidenschaftlich weitergeht, da es sich um ein soziales Thema handelt. Ich steige ein mit: „Ich bin alleinerziehend, und was ist deine Superkraft?“ Mit dieser Aussage eröffnete eine Podiumsteilnehmerin eine Diskussion zum Thema Zeitmanagement. Ich finde, dass es ganz und gar nicht übertrieben ist. Alleinerziehende schaffen es, den Familienalltag, die Kindererziehung, Beruf, Haushalt, Behördengänge, Arztbesuche – alles, was das Leben ausmacht – allein zu bewältigen, und das noch in Verantwortung für ihre Kinder. Sie tragen für all diese Aufgaben nicht nur die Verantwortung, sondern sie brauchen auch ihre ganze Zeit dafür auf; denn wenn du alleinerziehend bist, hast du halt kein Backup. Es ist Elternsein ohne Netz. In Sachsen trifft das auf ein Viertel der Familien zu. Etwa 135 000 Eltern kümmern sich um ihre Kinder weitestgehend allein. Fast jede vierte Familie ist eine Ein-ElternFamilie, hier in Sachsen deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Es handelt sich also keineswegs um eine Randgruppe, sondern um eine in Sachsen vollkommen etablierte Familienform. Entsprechend ist die Forderung, zielgruppenspezifische Angebote genau für diese Familienform umzusetzen, völlig berechtigt und mehr als notwendig. Aufgrund der Besonderheit der Ein-Eltern-Familien reicht es auch nicht aus, Alleinerziehende beim allgemeinen Familienprogramm einfach so mitzudenken. Die Verantwortung für Kinder allein zu tragen bedeutet eine große Herausforderung. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die Alleinerziehenden ein tägliches Jonglieren, das man kaum stemmen kann – ich rede schon gar nicht davon, dass man vielleicht auch selber mal erkrankt oder nicht in der Lage ist, den Alltag zu bewältigen. Das liegt an den Oh! Ihr solltet euch mal benehmen, dann würden wir auch anders mit Euch reden!) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Meine Damen und Herren! Ich habe den Eindruck, dass es keinen Redebedarf mehr gibt. Damit ist auch diese Aktuelle Debatte abgeschlossen. Ich rufe auf Debatte nicht alleinlassen! DIE LINKE teils starren Strukturen, die kaum mit den individuellen Lebenslagen vieler alleinerziehender Familien unter einen Hut zu bringen sind. Die bittere Folge davon können wir Jahr für Jahr in den Statistiken ablesen. Das Thema Armut und Armutsgefährdung bei Alleinerziehenden ist so präsent wie bei keiner anderen Familienform. Alleinerziehende sind im Durchschnitt fünfmal häufiger von Armut bedroht als andere Familien. Fünfmal häufiger! Die Armutsgefährdungsquote liegt bei Alleinerziehenden bei über 40 %. Das ist doch ungeheuerlich, insbesondere in einer Gesellschaft, in der so oft von Leistungsgerechtigkeit schwadroniert wird. Alleinerziehende, das sind die wirklichen Leistungsträgerinnen und Leistungsträger. Sie haben extrem hohe Anforderungen zu erfüllen, handeln Kinder, Alltag, Familienleben und Beruf allein. Gesellschaftliche Anerkennung allerdings wird ihnen oft versagt. Im Gegenteil wird dies vielleicht sogar noch abschätzend bewertet, indem man sagt: Na, wer weiß, warum die oder der allein ist. Unabhängig von dieser himmelschreienden Ungerechtigkeit beim Thema Armutsrisiko muss sich hier etwas ändern. In Sachsen sind 81 % der Alleinerziehenden erwerbstätig; das ist bundesweit die höchste Quote. Von den 81 % wiederum arbeitet fast die Hälfte in Vollzeit. Trotzdem lebt der Großteil der Alleinerziehenden mit ihren Kindern in Armut. Arm trotz Arbeit ist also für viele Alleinerziehende die bittere Realität. Auch das zum Thema Leistungsgerechtigkeit. Deshalb brauchen wir passgenaue Angebote und Maßnahmen, die umgesetzt werden müssen, um Alleinerziehende zu unterstützen. Wir müssen die Hürden auf dem Arbeitsmarkt abbauen, Arbeitgeber für die besonderen Belange Alleinerziehender schulen und Unterstützungsangebote zielgerichtet einsetzen. Um endlich an der Armutsgefährdung Alleinerziehender etwas zu ändern, müssen wir punktuell Druck aufmachen und darauf den Fokus und die Priorität legen. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Bitte auf die Redezeit achten!

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