Sabine Friedel
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist sehr schwer, jetzt hier zu sprechen, weil ein Redebeitrag wie der von Herrn Gahler einen relativ sprachlos zurücklässt. Warum ist das so? Herr Gahler, Sie haben zu Beginn Ihrer Rede Ferdinand Lassalle zitiert und die Situation der AfD in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2024 ernsthaft mit der Situation der Sozialdemokratie im Königreich Preußen im Jahre 1863, also vor 160 Jahren, gleichgesetzt, also einer konstitutionellen Monarchie, bei der von konstitutionell die Rede gar nicht sein kann. Wir hatten es damals mit einem Willkürstaat zu tun, (André Barth, AfD: Die Sozialistengesetze waren aber ein bisschen später, Frau Friedel!) in dem es politische Inhaftierungen gab. Ich glaube, als jemand, der offenbar „Tichys Einblick“ und die „NachDenkSeiten“ als einzige Wissensquelle hat, (Zurufe von der AfD) werden Sie mir gleich erzählen, dass es auch hier politische Inhaftierungen geben würde; in einem Staat mit einem Dreiklassenwahlrecht, mit Arbeitstagen von zwölf Stunden für 9- bis 18-Jährige. All das, insinuieren Sie, sei damals eine ähnliche Situation für die Sozialdemokratie wie heute für die AfD gewesen. (André Barth, AfD, steht am Mikrofon.) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Gestatten Sie eine Zwischenfrage?
