Ines Saborowski
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ja, es stimmt. Wir haben uns im letzten Sommer bereits mit dem Thema Versorgung in der Geburtshilfe auseinandergesetzt, und ich erinnere mich ganz deutlich an Maria und Josef, wie sie mit Hilfe des Sterns ihren Weg gefunden haben. Ich erinnere mich ebenfalls ganz deutlich an die Diskussionen. Der Tenor war im Grunde genommen der gleiche, wie er auch heute ist. Es gab zu wenig Fachpersonal, geschlossene Kliniken, die Entfernungen waren zu groß, die Ursachen sind vielfältig. Die größte Herausforderung in diesem Bereich ist und bleibt, eine qualitativ hochwertige und flächendeckende Versorgung bei der Geburtshilfe sicherzustellen. Dieses Thema liegt – so glaube ich – jedem hier im Raum am Herzen. Was können wir tun, und was haben wir bereits getan? Wir haben eine Studie zur Hebammenversorgung durchgeführt. Daraus resultierten 14 Handlungsempfehlungen. Es folgte ein Umsetzungsbericht, worin genau erläutert wird, was bereits umgesetzt wurde und was nicht sowie die Begründungen dazu. Es gibt ein Hebammennetzwerk, welches zum Beispiel freie Betreuungskapazitäten aufzeigt. Im Bund wurde 2019 das Hebammenreformgesetz verabschiedet. Infolgedessen haben wir seit dem Jahr 2021 den Studiengang Hebammenkunde an den Universitätskliniken Dresden und Leipzig mit jeweils 25 Studienplätzen etabliert. Eine Erweiterung ist wünschenswert, keine Frage, und wir werden das auch in den kommenden Haushaltsverhandlungen für die Jahre 2025 und 2026 genauestens prüfen. Zur Landtagswahl 2024 erreichten uns die Forderungen des Sächsischen Hebammenverbandes. Das ist eine gute Arbeitsgrundlage für uns. Der Sächsische Hebammenverband fordert dabei die Politik auf, „die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Hebammen in der klinischen Geburtshilfe konsequent von fachfremden Tätigkeiten befreit und ihre Arbeit sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich als integralen Bestandteil der grundlegenden gesundheitlichen Versorgung anerkennt und wertschätzt.“ Das bringt eigentlich alles zum Ausdruck. Unterteilt ist das Ganze noch einmal in fünf Hauptpunkte. Dabei geht es, wir haben es schon gehört, um die Umsetzung des nationalen Gesundheitsziels „Gesund rund um die Geburt“. Die regelmäßige Zusammenkunft der Landesarbeitsgruppe Hebammenversorgung wird gefordert, die Sicherstellung der Wahlfreiheit des Geburtsortes und der Erhalt der wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe, hebammengeleitete Kreißsäle in Sachsen und die Erhöhung der Studienplatzanzahl in Hebammenwissenschaften. Wichtig ist jedoch am Ende, dass es für jede Mutter, für jede Familie das passende Angebot gibt und die Versorgung von Mutter und Kind optimal abgesichert ist. Trotz aller Bemühungen und Planungen verläuft jede Geburt anders. So lassen sich manche Dinge einfach nicht im Voraus planen. In der Geburtshilfe und in der Geburtsmedizin treten immer wieder Situationen auf, die eine flexible Lösung oder schnelles Handeln erfordern. Ich wünsche jeder Frau Kraft und Zuversicht, eine sicher begleitete Geburt mit fürsorglicher und kompetenter Unterstützung, die sie braucht, mit viel Zuspruch, Zurückhaltung und jeder Menge Empathie. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Und nun die AfD-Fraktion. Herr Abg. Schaufel, bitte.
