Barbara Klepsch
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Mit zwei Millionen Gästen im vergangenen Jahr – wir haben es bereits von Herrn Richter gehört – haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden fast wieder die Zahlen des Jahres 2019 erreicht. Was die kulturelle Resonanz und die Wirtschaftlichkeit betreffen, wird den SKD bescheinigt, dass sie auf bestem Wege zu dem früheren Format vor der Coronapandemie sind. Wenn wir über die Leistungsbilanz der aktuellen Führung der SKD sprechen, gehört die gute Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gute Arbeit der Generaldirektorin Frau Prof. Ackermann ganz einfach dazu, (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) die die SKD zu dem macht, was sie sind: zu einem der führenden Museumsverbünde weltweit. Marion Ackermann ist als Museumsleiterin und als -expertin international anerkannt. Den Herausforderungen, vor denen Museen in Zukunft stehen, ist sie sich bewusst und geht diese erfolgreich an. Das betrifft besonders ihre Rolle, die sie in einer so vielfältigen Gesellschaft einnehmen und welchen Beitrag sie zu einem guten Miteinander und einer stabilen Demokratie leisten können. Die Antworten, die in den SKD auf diese Herausforderungen gefunden werden, setzen Maßstäbe. Sie locken bedeutende Künstlerinnen und Künstler nach Dresden und sorgen dafür, dass Führungskräfte der SKD international gefragt sind. Ein aktuelles Beispiel sei mir an dieser Stelle erlaubt. Dieses Beispiel ist Orhan Pamuk, einer der bekanntesten Schriftsteller der Türkei und Nobelpreisträger. Er hat im vergangenen Jahr einen Teil seines Istanbuler „Museums der Unschuld“ neu interpretiert, in die SKD gebracht und hat es sich nicht nehmen lassen, persönlich bei der Eröffnung dabei zu sein. Auch auf das Projekt der SKD mit dem Königlichen Museum für Schöne Künste Antwerpen darf ich aufmerksam machen. Bis 2027 widmet man sich gemeinsam der Forschung und Restaurierung von Werken Peter Paul Rubens. Das ist eine Kooperation von internationaler Bedeutung und Wirkung. Meine Damen und Herren Abgeordneten! Der vorliegende Antrag beschäftigt dieses Hohe Haus nun ein weiteres Mal mit Anschuldigungen, um Zweifel am Köcheln zu halten. Diesen begegne ich ebenfalls ein weiteres Mal mit klaren Fakten, die Ihnen allen bereits bekannt sind. Bei der Aufarbeitung des Einbruchdiebstahls ins Grüne Gewölbe 2019 hat die Leitung der SKD Verantwortung für die Sicherheit der ihr anvertrauten Kunstwerke übernommen. Es wurde mehrfach dazu ausgeführt, welche umfangreichen Maßnahmen ergriffen worden sind. Bei dem Versuch, in Antwerpen einen Teil der geraubten Schätze zurückzuerlangen, waren die Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden stets eng eingebunden. Dieser Einsatz ist auch für mich ein Beweis für das Verständnis der SKD, Teil des Freistaates Sachsens zu sein. Ich darf hinzufügen, auch da wiederhole ich mich: Dieser persönliche Einsatz hat meinen persönlichen Respekt. (Vereinzelt Beifall bei der CDU – Beifall des Abg. Frank Richter, SPD) Die Hinweise des Rechnungshofes – und ich schätze den Rechnungshof sehr – aus einer vorangehenden Prüfmitteilung haben mein Haus und die SKD aufgegriffen und Regelungen zu Ankäufen in der Geschäftsordnung verankert. Das ist genau das, was hier angesprochen wurde, Herr Gebhardt. Die Regelungen in der Geschäftsordnung sind in Kraft getreten. Wir haben abgearbeitet, was der Rechnungshof zu Recht angesprochen hat. Den einmaligen Vorgang in Antwerpen nun aber damit in einen Zusammenhang zu bringen und pauschalisierte Vorwürfe aufzubauen, entbehrt jeder Grundlage. Meine Damen und Herren! Die Staatlichen Kunstsammlungen haben den Auftrag zu sammeln, zu forschen, wissenschaftlich aufzubereiten, öffentlich zu präsentieren und zu vermitteln. Dazu gehört, wie es seit Jahrzehnten gelebte Praxis von Museen in aller Welt ist, die Bezeichnungen von Werken und Objekten auf den Prüfstand zu stellen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den SKD setzen sich verantwortungsbewusst und gewissenhaft damit auseinander. Die Vorrednerinnen und Vorredner sind bereits darauf eingegangen. Meine Damen und Herren! Schon immer sind Diskussionen und das Auseinandersetzen mit gesellschaftlich relevanten Themen ein essenzieller Teil von Kunst und Kultur. Dass in diese Freiheit nicht politisch eingegriffen werden darf, ist fest in unserem Grundgesetz verankert und steht für mich an erster Stelle. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) Alle diese Erkenntnisse aus mehreren Jahren guter Zusammenarbeit beziehen wir ein, wenn es um die Verträge mit der Führung der SKD geht. Wir schauen auf die hohe Qualität der wissenschaftlichen Forschungsarbeit, die weltweite Vernetzung und den internationalen Standard in der Museumsarbeit, den die SKD zeigt. Gern mache ich Sie auf ein paar Höhepunkte aufmerksam, die die Besucherinnen und Besucher im Ergebnis dieser guten Arbeit im Jahr 2024 in den SKD erleben können. Im April wird das Archiv der Avantgarden im umgebauten Blockhaus eröffnet. Die Puppentheatersammlung bekommt im September ein eigenes Zuhause im Kulturareal im Kraftwerk Mitte. Die wunderbare Kinderbiennale verwandelt das Japanische Palais wieder in einen Ort des Mitmachens und Entdeckens. Schloss Hubertusburg wird ab Mai wieder eine Sonderausstellung in seinen Räumlichkeiten haben. Außerdem widmen die SKD zum 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich, dem bedeutendsten Künstler der deutschen Frühromantik, zwei große Ausstellungen. In diesem Jahr arbeiten die SKD sehr eng mit Partnern im Tourismus zusammen, mit der TMGS, mit den Regionen Dresden, Elbland und Sächsische Schweiz, und präsentieren Sachsen in der Welt. Diese Fakten sind es, die mich davon überzeugen, dass die SKD unter der Führung von Frau Prof. Ackermann hohe und vielfältige Ansprüche verfolgen und dazu beitragen, dass Sachsen auf der Weltkarte der Kunst ein fester, leuchtender Punkt ist. Danke. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Staatsministerin Klepsch sprach für die Staatsregierung. Wenn es seitens der Fraktionen keinen Redebedarf mehr gibt, übergebe ich jetzt für das Schlusswort an die AfD-Fraktion, an Herrn Kollegen Kirste.
