Ines Kummer
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Auch von unserer Fraktion vielen Dank für Ihre Ausführungen, Herr Staatsminister. Meine Frage ist eine regionalspezifische: Mit welchen konkreten regionalspezifischen Maßnahmen wirkt die Staatsregierung im Falle des Industrievorsorgegebiets Wiedemar einem sich verschärfenden Arbeitskräftemangel entgegen? Oliver Schenk, Chef der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien: Danke, Frau Kummer. Ich denke, es ist ein schönes Beispiel, das Sie ansprechen. Die Entwicklung dieses CTC wird ein Großforschungszentrum ergeben, welches sich in der jetzigen Zeit mit der Frage auseinandersetzt, wie eigentlich die Chemie der Zukunft aussieht. Ist es eine CO -freie Chemie? Eine klimafreundliche, eine umweltfreundliche Chemie? Wie man das hinbekommt, ist, denke ich, momentan eine der zentralen Aufgaben für die gesamte Welt. Dass wir dort ein Großforschungszentrum als Perspektive für eine Zeit nach der Nutzung der Braunkohle als Kompensation geschaffen haben, ist, glaube ich, ein großer Erfolg. Wir sehen nun die ersten Schritte, die Standortfragen werden jetzt geklärt. Ich mache mir, was die Frage der Gewinnung von Personal für dieses Zentrum angeht, keine allzu großen Sorgen. Es wird weltweit Bewegung geben. Wir sehen, dass gerade in diesen Forschungseinrichtungen ein hohes Maß an Internationalität besteht. Es geht dort um absolute Spitzenforschung. Ein solches Zentrum, mit einer solchen Kraft und solchem Ansatz, wird weltweit Personal gewinnen können. Die Frage ist für mich vielmehr: Wie wird es uns gelingen, gute Ausgründungen zu erreichen, und für diese dann in der Region Personal zu gewinnen? Dabei vertraue ich ein Stück weit darauf, dass wir in den letzten Jahren gesehen haben, wie die Region Leipzig durch eine unglaubliche Attraktivität bereits über 100 000 Einwohner dazugewonnen hat. Leipzig ist eine der boomensten Regionen in ganz Deutschland – auch bezüglich der Bevölkerung – und eine richtige „Hingeh-Region“ geworden. Wir müssen werben – deutschlandweit, europaweit, aber auch weltweit –, dass wir so attraktiv sind, dass die Menschen zu uns kommen. Wir wollen Menschen, Fachkräfte gewinnen, die in diesen Einrichtungen, in der daraus entstehenden Wirtschaft arbeiten. Das ist eine große Gestaltungsaufgabe, die man nicht mit einer einzelnen Behörde bewältigt. Dazu sind wir alle aufgerufen. Es fängt vor Ort, in den Kommunen an, attraktive Wohnräume auszugliedern und zu schaffen sowie eine gute Bildungsinfrastruktur und insgesamt ein attraktives Paket für diese Region zu entwickeln. Ich nehme wahr, dass diese Region das unbedingt will. Wir haben Strukturen geschaffen. Ich habe über die, die das begleiten, soeben gesprochen. Ich sehe Unterstützung auch seitens der Bundesregierung für diese Frage und bin deshalb unter dem Strich optimistisch, dass das gelingen wird. Doch ich mache mir keine Illusionen, dass das eine große Kraftanstrengung für uns alle zusammen sein wird. Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Vielen Dank. Jetzt die SPD-Fraktion bitte an Mikrofon 1, Volkmar Winkler.
