Armin Schuster
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Das vergangene Wochenende hat den Titel dieser Debatte sehr eindrücklich belegt. Manche denken vielleicht, das ist ein wenig selbstbewusst – zu Recht. Francesco Friedrich holt in Lillehammer den Weltcupsieg im Viererbob, Axel Jungk wird Zweiter beim Skeleton. Wenn ich noch eine Woche zurückgehe: Justus Strelow, auch ein Sachse hier aus der Nähe, hat seinen ersten Weltcupsieg in der Biathlon-Mixed-Staffel erzielt. Julia Taubitz wurde oft erwähnt. Ich möchte gerne noch Melina Fischer aus Zwickau und Timon Grancagnolo ergänzen, die beide U23-Medaillen in Altenberg gewonnen haben. Jessica Degenhardt war eine Aspirantin, sie muss man auch nennen. Sie kommt von uns, meine Damen und Herren, hat Lehrgeld auf einer Bahn bezahlt, auf der sie das Rodeln gelernt hat. Taubitz sagte das auch bei der Siegerehrung: „Hier habe ich Rodeln gelernt.“ – In einem Verein, der wie über 4 000 weitere für die Liebe der Sachsen zu Sport und Ehrenamt steht, bei einer Weltmeisterschaft, deren Ausrichtung uns sehr stolz macht. Man konnte das riesige Gemeinschaftswerk der Altenbergerinnen und Altenberger, der vielen Zuschauer und Vereine, die dafür verantwortlich waren, wie das gelaufen ist – Jens Morgenstern mit seinem Team, die Stadt Altenberg, der Landkreis und der Freistaats –, erleben. Vor der Siegertribüne stehen dort Zehnjährige und denken sich: Ich will auch Julia Taubitz werden. Das, meine Damen und Herren, ist das Modell Sachsen. Wir bringen Breite und Spitze zusammen und ehren das auch mit Medaillen zu Hause für die lokalen Matadore und Matadorinnen. Ich glaube, in Altenberg ist eine Emotion deutlich geworden, die Sie auch deutlich im Sommerbereich spüren können. Wir haben 114 Medaillen im Spitzen-, Nachwuchs- und Behindertensport. Das ist eine starke Bilanz unserer Sommersportler und die stärkste Ausbeute seit Langem. Dem Olympiastützpunkt Sachsen sei Dank! Das muss man an dieser Stelle einmal deutlich hervorheben. Gerade unser Nachwuchs ist beständig vorn dabei, sowohl im Sommer als auch im Winter. Jüngstes Beispiel: die Jüngere der Henning-Schwestern, die kürzlich in Oberhof in die Fußstapfen der Älteren trat und den Schülerweltcup gewinnt. Schauen Sie auf die Youth Olympic Games in Südkorea, bei denen aktuell 15 Athleten von sächsischen Stützpunkten dabei sind. All diese Erfolge stehen exemplarisch für eine Tradition sportlicher Spitzenklasse in Sachsen. Das hat sich längst herumgesprochen und zeigt sich daran, dass die Bayern gerne Topstars aus Sachsen abwerben. Es zeigt sich auch, dass diese Spitzenklasse nicht von ungefähr kommt. Das Sportland wurde hier oft genannt. Das ist Sachsen. Das wird man nur, wenn man konsequent und unerlässlich an seinen Strategien und Zielen arbeitet. Meine Damen und Herren, das geht nur mit einer lebendigen Breitensportszene und sinnvollen Strukturen in der Spitze. Das alles haben wir am letzten Wochenende erlebt. Wie Herr Pallas sagte: „Diesen Verein muss ich kennenlernen.“ (Albrecht Pallas, SPD: Wollen wir zusammen hingehen?) Frischer Wind aus Südwest wird mir eher vorgehalten. Aber wenn man mit meinem Blick auf Sachsen schaut und eine Vita hat – ich bin wie verrückt durch Deutschland gekommen –, dann sage ich Ihnen: Ich kenne kein zweites Bundesland, in dem die Menschen derart sportaffin sind, so gerne Sport treiben und dieses gesellschaftliche Thema so wichtig nehmen. Das macht es einfacher, guten Breiten- und Spitzensport zu etablieren. Was machen wir dafür? 556 geförderte Maßnahmen über die investiven Mittel nur in dieser Legislaturperiode: der Ersatzneubau der Sporthalle Kalkberg in Meißen, die Rekonstruktion der Gesamtsportanlage des TSV IFA Chemnitz, der Bau eines Kunstrasenplatzes für den SC Hartenfels Torgau. Dabei geht es immer um circa 1,5 Millionen Euro, meine Damen und Herren. Das sind drei Beispiele dieser 556 Maßnahmen. Wir können es kaum erwarten, dass das Leistungssportzentrum in Altenberg eröffnet wird oder die Inbetriebnahme des Heinz-Steyer-Stadions in Dresden erfolgt. Das wird deutschlandweit ein Schmuckstück für den internationalen Leichtathletiksport. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) Solche Projekte kann man nur auf die Beine stellen, wenn man sich darauf verlassen kann, dass wir auch morgen noch sagen: Sachsen meint es ernst mit einer starken Sportförderung. Mit 120 Millionen Euro in den Jahren 2023 und 2024 können wir etwas bewegen. Herr Voigt, Ihre Aussage nehme ich sehr gern an: Wir könnten auch mehr. (Sören Voigt, CDU: Ich habe von Schwerpunkten gesprochen!) Ich bin sehr dankbar, dass wir da einer Meinung sind. Wir kämpfen weiterhin für die Austragung von Großereignissen, auch international, meine Damen und Herren. Diese Motivation braucht dieses Bundesland, das brauchen die jungen Leute. Wir freuen uns auf die deutschen Hallenleichtathletikmeisterschaften und das Deutsche Turnfest in Leipzig, die Finals in Dresden. Wenn in Deutschland eine deutschlandweite Olympiawerbung zum Zuge kommt, kann das nicht ohne einen Standort in Sachsen passieren. Wer sonst soll das im Osten realisieren? (Beifall bei der CDU) Meine Damen und Herren! Ich erinnere Sie: Frau Kummer, wir arbeiten an dieser Wintersportstrategie, weil wir mit dem Landessportbund an einer Gesamtstrategie arbeiten, aber Priorität hat jetzt die Wintersportstrategie. (Mirko Schultze, DIE LINKE, steht am Mikrofon.) Ich bin dem Landessportbund, den ich nicht grüßen darf, aber ich freue mich sehr, Sie auf der Tribüne zu sehen – – Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Herr Minister, gestatten Sie eine Zwischenfrage von Herrn Schultze?
