Simone Lang
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Pflege von Menschen ist zweifelslos eine anspruchsvolle und gleichzeitig erfüllende Aufgabe, die viel Empathie und Zugewandtheit erfordert. Ich denke, meine Kollegin Schaper und ich wissen, wovon wir reden. Aufgrund der demografischen Entwicklung – das haben wir heute schon gehört – werden wir zukünftig mehr Menschen brauchen, die andere pflegen. Daher ist es wichtig, dass der Einstieg in diesen Beruf so einfach wie möglich gestaltet wird und die Rahmenbedingungen möglichst gut sind. In den vergangenen Jahren hat sich in Bezug auf die Rahmenbedingungen bereits einiges getan. Auch der Einstieg in den Pflegeberuf fällt grundsätzlich leicht, da Pflegeeinrichtungen ungelernte Pflegehilfskräfte eingestellt haben und es auch nach wie vor tun. In den vergangenen Jahren bot sich nicht nur die Chance für Menschen, die den Einstieg in die Pflege suchen, sondern es war auch ein Schritt in die richtige Richtung, um dort dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Pflegehilfskräfte sind in vielen Pflegeeinrichtungen einfach nicht mehr wegzudenken. Sie unterstützen die Pflegefachkraft in unterschiedlicher Weise und übernehmen viele Aufgaben, die mit der täglichen Pflege von Älteren, Kranken und beeinträchtigten Menschen zu tun haben. Pflegehilfskräfte helfen im Alltag, bei der Körperpflege, beim Essen und Trinken. Sie helfen bei Bewegung und Fortbewegung, zum Beispiel in Form von Gehübungen. Sie kümmern sich um die Wäsche von Pflegebedürftigen oder um den Wohnraum, indem sie zum Beispiel die Betten machen, den Tisch decken oder Nachttische reinigen. Kurzum: Pflegehilfskräfte sind unverzichtbare Mitglieder der Teams in Pflegeeinrichtungen. Sie tragen dazu bei, die Lebensqualität der Pflegebedürftigen zu verbessern und die Pflegefachkräfte zu unterstützen. Sie werden händeringend gesucht; denn seit Juli 2023 gibt es eine Änderung bei der Personalbemessung in stationären Pflegeeinrichtungen. Ich erkläre es ganz kurz. Mit der neuen Personalbemessung soll sich der Personalbedarf wie folgt zusammensetzen: Circa 40 % sind Fachkräfte, 30 % sind Assistenzkräfte mit ein- bzw. in Sachsen bislang zweijähriger Ausbildung und 30 % sind Hilfskräfte ohne Assistenz- und Helferausbildung. Das hat zur Folge, dass die Zahl der ausgebildeten Assistenzkräfte steigen muss, um diese Voraussetzungen in Sachsen zu erfüllen. Hier setzt unser Antrag an: Wir möchten mehr Menschen den Weg in die Ausbildung zur staatlich geprüften Krankenpflegehelferin erleichtern und Einrichtungen damit kurzfristig entlasten. Eine Arbeitskraft, die zwei Jahre regelmäßig fehlen würde, wäre eine zusätzliche Belastung für die Pflegebranche. Bisher dauerte diese Ausbildung im Freistaat in der Regel zwei Jahre; das möchten wir verkürzen, auch um die Konkurrenzfähigkeit mit anderen Bundesländern zu erhalten. Deshalb sollten diese bereits mehrjährig tätigen Pflegehilfskräfte die Möglichkeit erhalten, eine anderthalbjährige berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren, um sich genau dort zu qualifizieren. Gleichzeitig beabsichtigen wir, die Vollzeitausbildung für Realschulabsolventen und für Personen mit beruflicher Vorerfahrung – zum Beispiel FSJ, Bundesfreiwilligendienst, Sozialassistenz oder andere Berufsabschlüsse – auf ein Jahr zu verkürzen. Ungelernte Pflegehilfskräfte, die bereits seit vielen Jahren tätig sind, sollen durch eine gezielte Nachqualifizierung ebenfalls die Möglichkeit erhalten, einen Abschluss zu bekommen. Gleichzeitig setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass in Sachsen ansässige Migranten und Migrantinnen für den Pflegeberuf gewonnen werden, weil sie ein unverzichtbarer Bestandteil im Beitrag zur Versorgung von pflegebedürftigen Menschen sein können. Diesen Antrag haben wir eingereicht, weil er einen wichtigen Baustein bildet, um mehr Menschen für die Pflegehilfe zu gewinnen, um sie zu qualifizieren und die Qualität in den Einrichtungen auf einem besonders hohen Niveau zu halten. Wir bitten daher um Ihre Zustimmung. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN – Beifall der Staatsministerin Petra Köpping) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die AfDFraktion Herr Abg. Schaufel, bitte.
