landtag.sachsen.de ↗

Thomas Kirste

AfD 09.11.2023 Sitzungen 7/79

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich will die Debatte, die von den GRÜNEN beantragt wurde, mit einer Frage an eben diese GRÜNEN eröffnen. Wissen Sie, wie viele Menschen in Deutschland regelmäßig ins Theater gehen? Sie wissen es nicht. Ich verrate es Ihnen. Es sind nämlich weniger als 4%. Die meisten Sachsen fühlen sich einfach von dem, was im Theater geboten wird, nicht angesprochen, weil es realitätsfremd und weil das Angebot einfach elitär ist. Das sagen nicht wir, das sagen Experten, die absolut nichts mit der AfD zu tun haben. (Widerspruch bei der CDU, den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN) Ganz ehrlich, wenn ich mir anschaue, was hier in Dresden geboten wird, da kann ich die Leute auch verstehen. Aktuell ist es nämlich die Inszenierung der „Dreigroschenoper“ am Staatsschauspiel, deren einziger Zweck darin besteht, sich über große Teile der Bevölkerung lustig zu machen. (Franziska Schubert, BÜNDNISGRÜNE: Jaja, Brecht war schon immer gefährlich!) Das zitiere ich Ihnen auch gerne. Die „Welt“ vom 14.10.2023: „Das Dresdner Staatsschauspiel macht aus Brechts Dreigroschenoper ein schablonenhaftes Anti-AfDWahlkampfstück.“ (Zuruf von der AfD: Richtig!) „Die größte Bedrohung liegt darin, die Bevölkerung als Nazis, Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner zu bezeichnen. Volker Löschs Inszenierung ist ein erschreckendes Dokument für den Verfall der Kulturlinken.“ (Beifall bei der AfD) Das, meine Damen und Herren, kann und darf nicht der Zweck der Theaterförderung sein. Natürlich ist auch meine Fraktion entschieden für die Förderung von Kultureinrichtungen, aber wir müssen schon genau hinschauen, was wir fördern. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Nur solange es passt!) Mit hochpolitischem linken Theater können wir schlicht überhaupt nichts anfangen, können die meisten Sachsen nichts anfangen. Gott sei Dank! Da lobe ich mir eher unsere vielen kleinen Theater, in denen eben nicht so volksbeschimpfend, nicht so linkslastig agiert wird. Doch leider geht es unseren kleinen Theatern und Orchestern eben nicht gut. Und Sie fragen nun, warum. Die Spielpläne werden verschleppt, die finanzielle Sicherheit fehlt und es drohen Insolvenzen, wie wir das eben in Görlitz und Zittau sehen. Wie gut, dass es da die GRÜNEN gibt, die uns heute erklären wollen, wie die Theater und Orchester in Sachsen denn nun zu retten sind. Das hat auch eine gewisse Ironie, denn Sie, die GRÜNEN, tragen seit vier Jahren hier die Regierungsverantwortung mit. Sie sind somit auch verantwortlich für die miserable Lage der Theater und Orchester. Wieso geht es unseren Theatern und Orchestern eigentlich so schlecht? Nun, das hat drei Gründe. Das sind die Nachwehen der Coronakrise, die die Branche hart getroffen hat. In der Corona-Zeit sind die Besucherzahlen um ganze 86 % eingebrochen, und auch nach Corona blieben noch viele Besucher weg. Ausgerechnet Sie, liebe GRÜNE, haben in den vergangenen Jahren jede Corona-Verordnung mit entschieden, völlig egal, was aus unseren Theatern wurde. Es war egal, wie überzogen und sinnlos die Regelungen auch waren, Hauptsache bevormunden, einsperren, die Kultur Pleite gehen lassen. (Franziska Schubert, BÜNDNISGRÜNE: Einsperren! Himmel!) Die Quittung haben Sie jetzt. Unsere Theaterlandschaft liegt am Boden. Der zweite Grund sind die explodierenden Energiekosten, und das nicht erst seit Beginn des Ukrainekrieges. Das trifft vor allem die kleinen Theater auf dem Land, die grundsätzlich mit einem geringen Etat auskommen müssen. Sie, liebe GRÜNE, tragen mit dem Ausstieg aus der Kernenergie, mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung und mit dem völligen Ausstieg aus der Vernunft die Hauptschuld an der desaströsen deutschen Energiepolitik, die uns nun unseren Wohlstand und am Ende unsere Theater kosten wird. All das haben Sie vorangetrieben, und ich hoffe inständig, bete dafür, dass Sie dafür bei der nächsten Wahl die Quittung bekommen. Das sieht laut den letzten Prognosen auch ganz gut aus. (Beifall bei der AfD) – Danke. (Lachen bei den BÜNDNISGRÜNEN) Da sind wir bei Grund drei, nämlich den immer höheren Personalkosten, die teilweise vier Fünftel des Gesamtetats ausmachen. Das belastet unsere Theater extrem. Wie sollen die Personalkosten künftig niedrig sein? Bei explodierenden Lebensmittelpreisen, bei explodierenden Mieten und bei explodierenden Spritpreisen ist das nicht möglich. Immer höhere Personalkosten sind die logische existenzbedrohende Folge für unsere Theater. Von irgendetwas müssen die Mitarbeiter schließlich leben. Sie, Herr Lippmann, zuckten schon wieder, und Ihre grünen Fantastereien sind schuld daran. Nun stellen Sie sich hier hin und fordern mehr Geld für unsere Theater und Orchester. Das ist eigentlich gut und auch dringend notwendig, aber ich frage Sie: Warum behelligen Sie uns mit einer Debatte?

Alle Reden von Thomas Kirste Protokoll ↗