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Sabine Friedel

SPD 08.11.2023 Sitzungen 7/78

Und wo sind Sie jetzt gelandet?) Ich hatte einen zweiten Minijob im Supermarkt: 8,20 Euro pro Stunde. Da bin ich dann bei 40 Stunden auf 330 Euro pro Monat gekommen. Dort hatte ich auch keinen Urlaubsanspruch. Ich musste sogar am Wochenende arbeiten. Manchmal ging es früh 7:00 Uhr los bis abends 21:00 Uhr, weil manche Studenten erst aufgestanden waren, die dann noch in den Supermarkt wollten. Dann sind wir 21:00 Uhr aus dem Supermarkt raus und früh 07:30 Uhr wieder an die Uni zur Vorlesung oder zum Praktikum. (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Und wissen Sie was? Wir haben es überlebt, und zwar alle. Wir sind sogar in der Regelstudienzeit fertig geworden. (Beifall bei der AfD) Herr Gebhardt, ich muss das für Sie öfters wiederholen, damit sich das irgendwie bei Ihnen festsetzt. Meine Damen und Herren! Dann habe ich meinen wissenschaftlichen Weg nach dem Diplom aus freien Stücken ohne Zwang fortgesetzt. Ich habe mich keinem Professor angebiedert, keinem Institut. Klar, das Problem habe ich immer wieder benannt: Das war die Stärkung des Mittelbaus. Wir hatten dort am Anfang auch als wissenschaftliche Mitarbeiter mit verkürzten Verträgen sehr große Probleme. Aber Sie verweisen in Ihrem Antrag auf die studentischen Hilfskräfte, deren Arbeitsvertrag nur auf sechs Monate begrenzt ist. Aber ich frage Sie: Wie viele davon erhalten denn keine Weiterbeschäftigung oder wie viele von denen entscheiden sich einfach um oder brechen ab? Ihr Antrag liefert diesbezüglich keinerlei Zahlen. Die Weiterbeschäftigung war bei uns gang und gäbe. Wir hatten mal in einem Projekt als Hiwis ein halbes Jahr einen Arbeitsvertrag. Dann ging es weiter zum nächsten Projekt. Dort haben wir in andere Bereiche reingeschnuppert. Herr Fritzsche hat es gesagt: Wir haben eine riesengroße Bandbreite an Forschungsprojekten wahrgenommen. Es ist niemand hängengeblieben. Das Problem ist: Diejenigen, die gearbeitet haben und gute Ergebnisse gebracht haben, haben den nächsten Vertrag bekommen. Bei denjenigen, die es nicht geschafft haben, die Arbeit zu machen, war es dann immer etwas problematisch – ja, Leistungsgesellschaft eben. Ihr Antrag bedient wieder die unnützen Klischees einer gelebten Jammertalmentalität der Generation Z, meine Damen und Herren. (Beifall bei der AfD) Statt dieses Jammertalantrags braucht man erstens Studiengebühren für die überlaufenen Studiengänge, die wir hier in diesem Land nicht brauchen, und für Drittstaatler wie die Chinesen, die wir nur ausbilden. (Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE) Zweitens brauchen wir eine Reform des BAföG: elternunabhängig, breit aufgestellt und unkompliziert. – Ach, das haben wir ja neulich im Wissenschaftsausschuss beantragt. Unseren Antrag haben Sie von den LINKEN abgelehnt. Drittens brauchen wir eine Rückkehr zum Leistungsgedanken, keine unendlichen Prüfungsversuche, keine Langzeitstudenten auf Steuerzahlerkosten und kein Jammertalstudium. Viertens: Schluss mit dem Akademisierungswahn, endlich eine stärkere Anerkennung von Ausbildungsberufen! Wir als AfD sagen: Wir brauchen Meister statt Master. Wir lehnen Ihren überflüssigen Antrag ab. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Dr. Weigand sprach für die AfD-Fraktion. Kollegin Dr. Maicher spricht nun für die Fraktion BÜNDNISGRÜNE.

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