Christian Piwarz
Frau Abgeordnete, ich kann es mir leider nicht leichtmachen und auf den Kollegen Gemkow verweisen, weil wir für die Inhalte des Studiums als Kultusministerium selbst verantwortlich sind. Wir definieren, was dort gelehrt werden muss. Ich will ganz allgemein den Hochschulen, den die Lehrer ausbildenden Universitäten zubilligen, dass sie mit viel Akribie diesen Bereich beackern und bearbeiten und beachtliche Erfolge vorweisen können. Wir sind aber – das will ich ganz generell sagen – mittlerweile in einer sehr schwierigen Situation, was das Lehramtsstudium betrifft. Die Erwartungen, die an dieses Lehramtsstudium gerichtet werden, steigen immer weiter. Neben der Fachlichkeit in zwei Fächern ist es die Bildungswissenschaft, die Pädagogik, die abverlangt wird. Wir haben die großen Megatrends. Die Digitalisierung ist einer davon. Das zweite Thema, das wir vorhin in der Debatte gestreift haben, ist die Inklusion. Wir haben das Thema Integration, wir haben die Bildung über die nachhaltige Entwicklung und die politische Bildung. Dann haben wir die Problematik, die sich bei uns in den Assistenzsystemen niederschlägt: die größere Heterogenität in der Schülerschaft. Das alles sollen Lehrer im Studium vermittelt bekommen. Dazu kommt die durchaus bekannte Forderung – Stichwort duales Studium –, nach Möglichkeit mehr Praxisanteile zu bieten. Ich fürchte, wir kommen irgendwann an einen Kipppunkt, nach dem wir das alles nicht mehr in diesen fünf Jahren Regelstudienzeit unterbekommen. Deshalb ist es wichtig zu schauen: Was kann an Grundlagen im universitären Studium gelegt werden? Wie können wir die Anschlussfähigkeit zur zweiten Phase besser sicherstellen, damit wir in unseren Ausbildungsstätten Themen ganz gezielt nachschulen? Wo geben wir dem jungen Lehrer oder der jungen Lehrerin gezielte Fortbildungen – gerade für die ersten ein bis zwei Jahre des Berufslebens – an die Hand, durch die sie mit diesem System besser vertraut gemacht werden? Ja, ich glaube, da haben die Universitäten schon ganz ordentlich zugelegt. Sie sind immer gehalten, aktuell zu bleiben, was nicht ganz leicht ist – Stichwort: ChatGPT. Doch zu erwarten – so habe ich Sie aber auch nicht verstanden –, dass wir alles in das Lehramtsstudium hineinpacken, und dann kommt nach Möglichkeit ein „vollständiger“ Lehrer heraus, das ist – wir wissen es beide – nicht realistisch. Wir müssen verschiedene Möglichkeiten zu einer berufsbegleitenden Weiterbildung finden, die dazu verhilft, dass Lehrerinnen und Lehrer das Thema in ihrem schulischen Alltag ganz selbstverständlich anwenden können. (Iris Firmenich, CDU: Danke schön!) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Nun Kollege Dr. Weigand, AfD-Fraktion. Bitte schön.
