landtag.sachsen.de ↗

Christian Piwarz

21.09.2023 Sitzungen 7/77

Es bleibt eine große Herausforderung, diese Fortbildungen einerseits ausreichend und auf der Höhe der Zeit anzubieten, aber andererseits Lehrerinnen und Lehrer dafür zu gewinnen, dass sie diese Fortbildungen in Angriff nehmen. Gerade in Zeiten angespannter Unterrichtsabsicherungen kommt oft das Argument: Du, ich brauche dich jetzt mehr im Unterricht, als dass du auf die Fortbildung gehst. Hierbei müssen wir ein gutes Miteinander entwickeln. Ganz grundsätzlich will ich betonen, dass der § 40 Abs. 2 des Sächsischen Schulgesetzes eine regelmäßige Fortbildung verpflichtend festschreibt. Aber wir haben kein System, mit dem wir einen Fortbildungsnachweis fordern, wie das bei Fachanwälten oder Ähnlichem der Fall ist. Das halte ich aus meiner Sicht auch nicht für notwendig. Aber die klare Aufforderung an Lehrerinnen und Lehrer, sich fortzubilden, ist im Schulgesetz beinhaltet. Wir versuchen eine dreischrittige Variante. Wir bieten weiterhin eine Präsenzfortbildung an. Wir setzen in dem Bereich aber auch verstärkt auf Online-Fortbildungen, auch auf solche Formate, die nicht zwingend zu einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Zeit stattfinden, sondern bei denen die Möglichkeit besteht, zu einer beliebigen Zeit – „on demand“ würde man dazu sagen – diese Fortbildungsangebote wahrzunehmen, sich das selbst anzueignen und dann in dem Thema fitter zu sein, als man es davor gewesen ist. Der dritte Schritt – da nehme ich bei den Schulen wahr, dass sie das verstärkt in Angriff nehmen – ist, über das Qualitätsbudget gezielt Fortbildner an die Schule zu holen, damit sich das Kollegium gemeinsam in einer Sache, zum Beispiel bei der Digitalisierung oder den Selbstlernmodulen, gemeinsam fortbildet. Das hat den großen Vorteil, dass man als Kollegium feststellen kann: Was sind unsere Vorbehalte? Gibt es Kollegen, die da größere Schwierigkeiten haben? Was können wir vielleicht als Kollegium tun, damit alle diesen Bereich beherrschen? Ich finde es deshalb sehr wichtig, diesen Bereich weiter auszubauen. Wir sollten darauf achten, in Zukunft diese Qualitätsbudgets möglichst hoch anzusetzen, weil es eine nachhaltige Wirkung für die gesamte Schulgemeinschaft zeigt, wenn sich ein Lehrerkollegium gemeinsam fortbildet. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Nun fragt Kollegin Friedel an Mikrofon 3. Bitte schön.

Protokoll ↗