Christian Piwarz
Darauf in 3 Minuten zu antworten, ist eine Herausforderung. Beginnen wir vielleicht mit dem, was ich vorhin kurz angeführt habe: An welcher Stelle ist künstliche Intelligenz in unserem Bildungssystem hilfreich? Das sind die Intelligenten Tutoriellen Systeme. Wir hatten das bereits im Jahr 2021 – wer sich erinnern kann – an sechs Schulen im Freistaat getestet. Wir haben dazu positive Rückmeldungen bekommen. Die Technologie hat sich bereits weiterentwickelt. Wir sind in der Kultusministerkonferenz derzeit federführend dabei, eine entsprechende Ausschreibung vorzubereiten, sodass wir Angebote einholen und vor allem Partner auswählen können, mit denen wir diese Intelligenten Tutoriellen Systeme umsetzen können. Dabei ist die künstliche Intelligenz hilfreich, weil sie einerseits Lernfortschritte bei den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, aber es andererseits – das ist das spannende – eine Feedbackschleife gibt und somit die Lehrerin und der Lehrer wissen, wo der Schüler gut vorangekommen ist, wo er seine Probleme hat und wo noch einmal gezielter nachgearbeitet werden muss. Davon erhoffe ich mir schon einen Quantensprung im Bereich des Selbstlernens und des digitalen Lernens, wohl wissend, dass man nicht alles digitalisieren kann, sondern dass es einen guten Mix aus analoger und digitaler Welt braucht. Das Zweite – um in der Redezeit zu bleiben – ist das, was uns mit ChatGPT und anderen Programmen derzeit regelrecht überrollt. Ich bin kein großer Freund davon zu sagen: Oh Gott, oh Gott, wir machen da mal Verbote, weil wir damit nicht richtig umgehen können, sondern wir müssen das, was Schülerinnen und Schüler umgibt, auch im Bereich der künstlichen Intelligenz und Digitalisierung auch an den Schulen möglich machen. Insofern ist es vor allem eine Aufgabe der Lehrinnen und Lehrer, dafür Sorge zu tragen, dass die jungen Menschen an unseren Schulen mit solchen Programmen, die jetzt zur Verfügung stehen, bewusst umgehen können. Damit sind wir wieder bei dem Thema Medienkompetenz und Mediennutzungskompetenz, mit dem wir schon seit dem Schuljahr 2019/2020 Veränderungen im Lehrplan vorgenommen haben. Es ist wichtig, dass dieses Thema stärker vermittelt wird. Wir müssen die jungen Menschen diesbezüglich schulen, damit sie wissen, was es mit diesen Programmen auf sich hat, was diese Programme können und was diese Programme nicht können. Es ist wichtig zu vermitteln, dass sie sich nicht blind darauf verlassen können, was dort als Ergebnis ausgespuckt wird und dieses Ergebnis auch nicht automatisch richtig sein muss. Das ist eine wesentliche Frage der Medienbildungskompetenz. Damit einher geht der dritte Punkt, den ich ansprechen möchte, und zwar dass wir auch in der Pflicht sind, den Lehrerinnen und Lehrern Fortbildungsmöglichkeiten anzubieten. Wir tun das bereits. Es gibt seit dem letzten Schuljahr die ersten Seminare, mit denen wir Lehrerinnen und Lehrer dafür begeistern wollen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Im Moment sind es eher die Lehrerinnen und Lehrer, die ohnehin schon an dem Thema interessiert sind und sich gezielt weiterbilden wollen. Wir müssen aber auch dazu kommen, dass man diese neuen Entwicklungen, gegen die man sich nicht stemmen kann, weil es nichts bringt, ganz selbstverständlich aufnimmt und sich als Lehrkraft aber auch fragt: Was bedeutet das für meinen Unterricht? Wir sind in der Pflicht, diese Angebote vorzuhalten, sollten aber die Lehrerinnen und Lehrer auch ermuntern, diese Angebote anzunehmen. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Danke schön. An Mikrofon 7 Dr. Weigand, bitte schön.
