Christian Piwarz
Wir haben bereits im vergangenen Schuljahr damit angefangen, weil wir bei der Gruppe der ukrainischen Schülerinnen und Schüler gemerkt haben, dass wir dort an unsere Grenzen kommen – sowohl räumlich als auch mit Blick auf die Lehrkräfte. Wir haben entschieden, die erste Etappe der DaZ gezielt mit Selbstlernmodulen zu unterstützen. Wir haben mit der Firma Minticity einen guten Partner gefunden, wie wir finden, der mustergültige Angebote bereithält und ein komplettes Selbstlernen ermöglichen. Das ist jetzt ausgerollt. Wenn ich die Zahlen richtig in Erinnerung habe, dann sind es bis zu 10 000 Lizenzen, die dort vergeben werden können, um den Schülerinnen und Schülern genau diese Möglichkeit zu eröffnen, mit Selbstlernmodulen Deutsch als Zweitsprache zu erlernen. Die Rückmeldungen, die wir bekommen, sind positiv, sodass wir überlegen, das stärker auszurollen. Das Thema Migration – und damit auch der Druck auf das sächsische Bildungssystem – wird wahrscheinlich in nächster Zeit nicht nachlassen, sodass wir diese guten Erfahrungen nutzen können, um gerade die erste Phase des Deutschlernens ein Stück weit zu vereinfachen. Das ist ein guter Weg, um die Digitalisierung einsetzen können. Was ich noch nicht ganz überschauen kann, ist die Frage, inwieweit das auch bei der Alphabetisierung eine Rolle spielt. Wir haben es hierbei ganz oft mit der Situation zu tun, dass Menschen mehr mit Schamgefühl und Ähnlichem unterwegs sind. Das ist die erste Hürde, die wir überwinden müssen. Man muss sich den Problemen stellen und sagen, man möchte dem nähertreten. Gerade zu Beginn braucht man wahrscheinlich eine individuelle persönliche Betreuung. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Möglichkeiten gibt, in die Alphabetisierung einzutreten. Wir alle wissen – vor Kurzem fand der Weltalphabetisierungstag statt –, dass es in unserer Gesellschaft eine erhebliche Grauzone oder graue Zahl an Menschen gibt, die zumindest funktionale Analphabeten sind. Wir sollten auch dort etwas tun. Wenn sich Möglichkeiten aus den Erfahrungen heraus ergeben, dann werden wir das auch in dem Bereich nutzen. Dazu werden wir sicherlich mit den Volkshochschulen, die dort zum Beispiel ein zentraler Partner sind, die Gespräche suchen. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Nun folgt Frau Kollegin Friedel an Mikrofon 3, bitte schön.
