Christian Piwarz
Vielen Dank, Herr Präsident. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Schulen haben einen digitalen Schub erfahren. Dafür hat planmäßig der DigitalPakt Schule gesorgt: das 7,2-Milliarden-Euro-Projekt von Bund, Ländern und Kommunen. Dazu haben ungeplant auch die Erfahrungen der CoronaPandemie beigetragen. Sachsens Schulen werden technisch fit gemacht. Dort, wo noch nicht geschehen, werden sie mit schnellem Internet, W-LAN, digitalen Tafeln und Endgeräten ausgestattet und die Kommunen erhalten eine Förderung für die notwendige IT-Administration. Unser Ziel ist es, dass Schulen eine echte Kultur der Digitalität entwickeln. Das schließt die Lehr- und Lernkultur ebenso ein wie die Kommunikationsund Arbeitskultur an unseren Schulen. Die Schulen sollen die Potenziale der digitalen Medien dort, wo es pädagogisch sinnvoll ist, ausschöpfen. Die Schulträger und die Lehrkräfte unterstützen wir bereits mit zentralen Diensten wie der Bildungsplattform LernSax sowie den Diensten unter dem Portal Schullogin. Zusätzlich stehen den Schulen seit Beginn dieses Schuljahres digitale Lernmodule zur Verfügung. Insgesamt 63 Selbstlernmodule für 16 Unterrichtsfächer hat das Landesamt für Schule und Bildung gemeinsam mit Fachberatern entwickelt. Die Lerneinheiten bieten mit Audios, Videos, Simulationen, Animationen und interaktiven Elementen den Lehrkräften die Möglichkeit, ihren Unterricht vielfältiger zu gestalten und Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Für die Staatsregierung sprach Staatsminister Piwarz. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn es keinen Redebedarf mehr seitens der Fraktionen gibt, ist die dritte Aktuelle Debatte abgeschlossen. Dieser Tagesordnungspunkt ist beendet. Ich rufe auf Staatsregierung für Kultus: Bildungserfolg Medien nutzen. Sachsen Lernmodule in allen Schularten Von der Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe sowie für berufsbildende Schulen stehen für ausgewählte Inhalte des Lehrplans passgenaue Module auf unserer eigens dafür entwickelten Plattform bereit. Sie sind sowohl über die dynamische Lehrplan-Datenbank, über eine Kachel im Schullogin als auch über einen Direktlink zu erreichen. Mit diesem niedrigschwelligen Angebot wollen wir Lehrerinnen und Lehrer bei der Vorbereitung ihrer Unterrichtsstunden entlasten. Gleichzeitig sind die Einheiten bewusst so gestaltet, dass sie zum Selbstlernen durch Schülerinnen und Schüler geeignet sind; denn das selbstständige und selbstorganisierte Lernen wird zunehmend zu einer Schlüsselkompetenz. Wir erleben gerade, wie schnell Künstliche Intelligenz Arbeitsprozesse, aber auch Schule verändert. So muss schulische Bildung noch viel mehr als bisher als Grundlage für das lebenslange Lernen dienen. Bei Bedarf können die Module auch Stundenausfälle mindern, sofern eine Vertretung, zum Beispiel im Krankheitsfall, nicht anders möglich ist. Ich ermuntere ausdrücklich, die neuen Angebote an den Schulen zu nutzen. Sie können – das sollte klar sein – keine Lehrkraft ersetzen. Aber sie sind wertvolle methodisch-didaktische Ergänzungen. Gerade auch im Sinne einer individuellen Förderung haben sie großes Potenzial. Gute Erfahrungen hatten wir zuvor mit den Modulen für das Erlernen von Deutsch als Zweitsprache gemacht. Hier standen und stehen wir, vor allem infolge des Krieges in der Ukraine, vor der Herausforderung einer passenden Beschulung für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Nunmehr wird ein weiterer Schritt gegangen: Die neuen Module sind stärker als die bisher verfügbaren auf das Selbstlernen ausgerichtet. Sie können damit sogar ohne Anleitung einer vor Ort anwesenden Lehrkraft zum Lernen genutzt werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die immens schnelle Entwicklung durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz stellt unsere Schulen vor gewaltige Veränderungen. Wir wollen diese gestalten und die Chancen nutzen, damit unsere sächsischen Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft bestmöglich vorbereitet sind. Ein Baustein unserer Strategie sind die neuen digitalen Lernmodule. Wir werden das Angebot weiter ausbauen und die Erfahrungen der Schulen damit konsequent auswerten. Nun stehe ich gern für Fragen zur Verfügung. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank, Herr Staatsminister. Die Fraktionen haben nun die Möglichkeit, Fragen an den Staatsminister zu stellen. Die jeweilige Frage darf 1 Minute, die Antwort 3 Minuten nicht überschreiten. Die Reihenfolge der ersten Runde lautet: CDU, AfD, DIE LINKE, BÜNDNISGRÜNE, SPD. Ich übergebe zuerst an die CDU-Fraktion, an Herrn Kollegen Gasse, das Wort.
