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Romy Penz

AfD 21.09.2023 Sitzungen 7/77

Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kollegen der Linksfraktion, Sie haben den Debattentitel mit erwähnt, dem kann ich durchaus zustimmen. Allerdings war der Inhalt Ihrer Rede davon völlig abweichend. Ich würde erst einmal auf Ihren Debattentitel zurückkommen: „Schule nicht nur als Ort zum Pauken, sondern zum Verlieben, Streiten und Lernen: Bildungswende jetzt!“ Herr Gasse hat es schon gesagt, auch ich habe mich zum Beginn meiner Schulzeit verliebt, nicht in einen Jungen, auch nicht in ein Mädchen, nein, in die Schule selbst habe ich mich verliebt. Ich bin sehr gern zur Schule gegangen. Es hat mir Spaß gemacht – nicht trotz des Leistungsgedankens, sondern wegen des Leistungsgedankens. Meine Schule hat mir wichtige Dinge fürs Leben mitgegeben: erstens, nicht gleich aufgeben, wenn einmal etwas schiefgeht; zweitens, Anstrengung zahlt sich aus; drittens, man muss auch mal Dinge tun, die einem nicht so gefallen. (Vereinzelt Beifall bei der AfD) Dem Inhalt, auf den Sie hinauswollen, kann ich natürlich nicht zustimmen. Herr Gasse hat schon gesagt, worauf Sie hinauswollen. Ich nehme einmal ein Sprichwort, das sehr für die Freizeit wirbt: „Das Leben ist zu kurz für irgendwann.“ Genau das ist offensichtlich der Grund, warum Sie aus unseren Bildungsanstalten Bespaßungsanstalten machen wollen. Aber auch für das Leben gilt: Das Leben ist irgendwann zu kurz für das Lernen. Natürlich sollten unsere Kinder gern zur Schule gehen. Glauben Sie mir, Kinder wollen lernen, Kinder mögen Herausforderungen, Kinder wollen sich mit anderen messen. Ich will es einmal sehr flapsig sagen: Durch ein Doktorspiel wird niemand Facharzt; denn für alle Berufe benötigt man Fertigkeiten, Fähigkeiten und selbstverständlich erlerntes Wissen. (Vereinzelt Beifall bei der AfD) Noch ein kurzer Blick auf die widersprüchlichen Fakten: Sachsen belegt laut Bildungsmonitoring den ersten Platz. Das klingt doch wunderbar. Doch jetzt kommt das Aber – der jüngste IQ-Bildungstrend brachte es ans Licht –: 13 % der Grundschüler erreichen in Mathematik und Lesen nicht einmal mehr Mindeststandards. Gleichzeitig besuchen aber immer mehr Grundschüler nach Klasse 4 das Gymnasium. Der Akademisierungswahn nimmt zu; aber eine von der AfD geforderte gesetzlich verbindliche Bildungsempfehlung wollen Sie ja alle nicht. Es gibt auch keine Mindestanzahl von erbrachten Leistungen, also Noten, für die einzelnen Fächer in der Grundschule. Es gibt auch keine einheitlichen Notenschlüssel, das heißt, schon zwei oder drei Noten pro Fach und Schüler sollen ausreichen. Aber was sagen diese denn aus? Die Grundschüler können wesentlich schlechter schreiben und rechnen, aber die Abiturnoten werden immer besser. Während der Notendurchschnitt 2019 noch bei 2,5 lag, lag der letztes Jahr bei 2,1. Im Hintergrund, ganz still und leise, sank dabei die Anzahl der Kurshalbjahresergebnisse, die für das Abitur eingebracht werden müssen. 2016 waren es noch 52, ein Jahr später nur noch 40, und 2019 sank die Zahl auf 36. Nun frage ich Sie noch einmal: Was sagen diese Ergebnisse aus? Nichts oder nicht sehr viel. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Im Übrigen kritisieren nicht nur wir das sinkende Niveau, sondern das tun auch Hochschulprofessoren und gestandene Fachleute wie der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus. Ich zitiere: „Die immer besseren Noten der Abiturienten in Deutschland können nicht verdecken, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit deutscher Absolventen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich schwächer geworden ist.“ Was passiert denn, wenn das Niveau immer weiter sinkt? Besser gesagt: Es sinkt ja schon. Abiturienten, die sich für ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium einschreiben, weisen heute mangelnde Mathematikkenntnisse auf. Daher muss das Niveau gehoben und nicht weiter abgesenkt werden. Dafür steht die AfD. Alles Weitere in der nächsten Runde. Danke. (Beifall bei der AfD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die BÜNDNISGRÜNEN Frau Melcher, bitte.

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