Valentin Lippmann
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Da kann ich jetzt sagen, anders als mit gutem sächsischen Wein ist der Redebeitrag nicht zu ertragen. Herr Prantl, wenn man sich ein wenig mit der Materie im Weinbau auskennen würde, dann wüssten Sie, dass das, was Sie gerade erzählt haben, auch nur zur Hälfte die Wahrheit ist. Sie fordern hier gerade in irgendwelcher Weise Taten. Wir reden momentan über den Entwurf einer Verordnung, der noch nicht einmal umgesetzt ist. Sie fordern also Taten, wo es noch gar keine Taten geben kann, weil man gerade zu verhindern versucht, dass diese Verordnung so kommt. Im Übrigen haben allen voran der Bundeslandwirtschaftsminister und der sächsische Landwirtschaftsminister ganz klargemacht, dass sie nicht akzeptieren werden, dass diese Verordnung überhaupt kommt. Wenn Deutschland diese Verordnung nicht will, wird sie auch in dieser Form nicht kommen. Es spricht im Übrigen viel dafür, dass Sie sich mit der Materie ein wenig beschäftigt haben, denn es ist sogar sinnvoll, dass es eine EU-weit einheitliche Regelung im Weinbau zum Pflanzenschutz gibt; denn gerade deutsche, insbesondere sächsische Winzerinnen und Winzer sind Vorreiter was die Reduktion an Pflanzenschutzmitteln im Weinbau angeht. Wir haben einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Ländern, die vor allem im Großflächenweinbau unterwegs sind und dort noch massiv Mittel einsetzen, die im sächsischen Weinbau gar nicht mehr denkbar sind, weil sie hier nicht mehr eingesetzt werden. Wir haben in den letzten Jahren im Weinbau in Sachsen enorm viel dafür getan, nicht nur die Qualität zu verbessern, sondern auch die Pflanzenschutzmittel zu reduzieren. Da würde eine solche Verordnung übrigens helfen. Es ist unstrittig, dass das, was da vorgelegt wird, für den sächsischen Weinbau schädlich ist. Deswegen war ich im Sommer unterwegs, habe mit vielen Winzerinnen und Winzern gesprochen, offenbar anders als Sie, die sich jetzt hier hinstellen und irgendetwas behaupten. Wir sind unterwegs gewesen, um mit anderen Partnern deutlich zu machen, dass diese Verordnung so nicht kommen darf, damit es nicht ein Ende des sächsischen Weinbaus gibt, der auch ein prägender Teil der Kulturlandschaft ist. Ich sage Ihnen, wir brauchen dafür nicht Ihre wohlfeilen Reden, sondern die Taten des Umweltministers, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, und die tun was dafür. Ich sage Ihnen, ich hoffe, dass der Weinbau Sie übersteht. Das wäre für den Freistaat Sachsen das Schönste. Danke. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und des Staatsministers Wolfram Günther – Thomas Prantl, AfD, steht am Mikrofon.) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Herr Prantl, bitte.
