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Georg-Ludwig von Breitenbuch

CDU 21.09.2023 Sitzungen 7/77

Verehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was ist angesichts der Gedanken, die wir uns um Gärten machen, noch anzusprechen? Mir ist wichtig, dass Gärten wieder eine größere Rolle spielen können. Sie sind Teil unseres Zuhauses – erkennt man das wirklich in der Gartenkultur unseres Landes? Ist unsere Gartenlandschaft wirklich ein Teil unserer Zivilisation, ist sie das, was wir in diesem Land schönmachen wollen? Die Gärtner lieben die Natur, deshalb arbeiten sie darin. Sie komponieren Pflanzen in Richtung Fruchtbarkeit und Schönheit miteinander. Bekommen wir das überall hin? Bekommen wir das unterstützt und gewürdigt? Das sind Gedanken, die von der heutigen Debatte ausgehen können. Wenn wir ganz Sachsen als großen Garten sehen, wie es in manchen Jahreszeiten – gerade im Mai – ins Auge sticht, was ist dann mit Straßenbegleitgrün? Wie können wir entlang der Straßen wieder mehr gestalten? Ich glaube, auch dort können wir mehr tun. Das hatten wir uns ebenfalls auf die Fahne geschrieben; daran möchte ich erinnern. Wir sollten die Menschen, die das machen, dabei unterstützen und nicht einschränken. Das ist vielleicht auch eine Aussage, die von der heutigen Debatte ausgehen kann. Ob beim Schneiden von Bäumen, Sträuchern oder Hecken, ob bei der Möglichkeit der Bewässerung, die Pflanzen rettet, bevor sie sterben: Freiheit und Handlungsfähigkeit sind wichtig, und dies sollten wir allen, die mit Gärten zu tun haben, zubilligen, damit alle in Freiheit tun können, was jeder Einzelne für seinen Garten bewusst tun möchte. Ich komme zum eigentlichen Garten im Sinne des Anbaus von Lebensmitteln. Auch das ist in den Familien und darüber hinaus – Schulgärten wurden angesprochen – ein wichtiger Quell von Erfahrung und Wissen: im Anbau von Lebensmitteln, für die Naturbeobachtung und für die Wertschätzung der Schöpfung. Die Vielfalt an Pflanzen in den Gärten ist ein unschätzbarerer Wert für die Biodiversität. Dazu braucht es aber weder Steingärten noch englischen Landschaftsrasen um das Einfamilienhaus herum, wo man sich manchmal einen Busch oder ein Bäumchen wünschen würde – gerade wenn dort nur der Roboter fährt. (Zuruf der Abg. Antonia Mertsching, DIE LINKE) Die Quelle liegt, glaube ich, in der Vielfalt. Wir sollten wieder dazu ermutigen, damit umzugehen und sich dem Wachstum von Bäumen, Sträuchern und Pflanzen im Garten auszusetzen, ohne zu versuchen, alles zu perfektionieren. Wir in der Stadt Frohburg haben im Stadtrat den Wettbewerb „Schönster Garten“ ausgelobt, um im positiven Sinne darauf hinzuweisen und Mut zu machen. Ob der kleine Balkongarten oder der ursprüngliche Bauerngarten: Jeder kann einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Vielfalt zu steigern und die Vielzahl an Lebensräumen zu verbessern – gerade bei sich im Kleinen. Früher waren die Gärten elementar zur Versorgung, als Quelle von Lebensmitteln. In den Weltkriegen entstanden in den armen Zeiten zusätzliche Bedarfe. In den guten Jahren hat man das etwas vergessen. Insofern hat Corona auch diesbezüglich eine Rückbesinnung gebracht. Ich möchte nicht an das Osterfest bzw. den Ostermorgen im Garten erinnern, aber es ist doch irgendwie alles wieder näher gerückt in den letzten Jahren, angesichts dessen, was wir erlebt haben. Ich möchte einige Initiativen aus meinem Umfeld nennen, die sehr gut mit diesen Aspekten umgehen: den „Tag des offenen Gartens“ des Landfrauenverbands und viele regionale Initiativen, zum Beispiel in Borna-Gnandorf der Gemeinschaftsgarten. Es gibt bei uns den Verein Acker e. V., der zahlreiche Kindergärten und Schulen besucht, um den Kindern den Anbau von Lebensmitteln zu vermitteln und bewusst in den Alltag zu integrieren. Das alles sind gute Initiativen, die wir weiter unterstützen können. Es muss auch geschaut werden: Was ist angesichts des Klimawandels jetzt richtig? Wie kann man Rat geben? Dazu dienen natürlich auch botanische Gärten, die unsere Zivilisation ja vorhält und die auch gepflegt werden wollen, und letztendlich Sortenversuche mit Obstsorten. Vorteile wie Resilienz, Geschmack usw. werden dort erprobt; es wird immer wieder versucht, in einer neuen Zeit passende Entscheidungen zu treffen. Es ist wichtig, das hier anzusprechen. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU und der Staatsregierung) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Wünscht die AfD-Fraktion noch das Wort? – Herr Prantl, bitte.

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