Georg-Ludwig von Breitenbuch
Verehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das sächsische Forstwesen gehört historisch, aber auch als Wert für die heutige Generation gepflegt, weil unsere Wälder gepflegt gehören. Dazu gehören nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Menschen. Diese Pflege, dieser Stolz auf unseren Waldbau – da waren immer der Baum für den Specht, der Holzklotz, der am Boden liegen blieb, oder das Geäst immer mit eingerechnet, weil das zum Verrotten gehört – weicht nun einer Vorgabe im Sachsenforst, 15 Bäume je Hektar mit den entsprechenden Radien zum Schutz dieser Bäume stehen zu lassen. Ein Hektar sind, wie wir alle wissen, 100 mal 100 Meter. Man kann sich diese 15 Bäume mit ihrem Radius vorstellen und sieht, was dann noch als Wirtschaftswald übrig bleibt. Dieser verrottet dann nämlich insgesamt durch die einseitige Rücksicht auf diese Einzelbäume und kann kein gutes Holz für die Zukunft, für die nächsten Generationen liefern. Die vielen Beispiele, die ich heute etwas plakativ angesprochen habe, zeigen uns deutlich, in welchem Zustand unsere Wälder aktuell sind. Der Sachsenforst ist vielem ungeschützt ausgeliefert. Er wird nicht beschützt und ist direkten Anrufen und Weisungen aus Ministerien und Umweltbehörden ausgeliefert. Dass das insgesamt auf die Leistungsfähigkeit Auswirkungen hat und damit auf die Beratungs- und Betreuungsleistungen, die auch für den Privat- und Körperschaftswald erbracht werden, ist klar und muss die Staatsregierung insgesamt interessieren, da heute und in Zukunft diese Einnahmen wegbrechen und die entsprechenden Mehrkosten im Sachsenforst in den aufgebauten Strukturen bleiben und uns alle hier weiter beschäftigen werden. Vor diesem Hintergrund ist Fakt – und hier komme ich noch einmal auf die GAK-Mittel des Bundes –, dass unser Waldumbau seit jeher vom Bund mitfinanziert worden ist. Diese Mittel sollen jetzt, wie von der Ampel geplant und wahrscheinlich von Staatsminister Wolfram Günther – es sei denn, er hat eine bessere Nachricht – nicht zu verhindern, wegbrechen. Damit brechen sehr viele Investitionen weg, die nach den Trockenjahren in den Wäldern möglich waren und dann hier nicht mehr ankommen. Deshalb fordern wir, im SMEKUL umzuschichten und anderes wegzulassen, um hier den Kernbereich, den Wald, zu schützen und dessen Finanzierung zu sichern. Sachsens Wälder – ein Licht, das erlosch? Nein, wir wollen alles tun, um zu einem Miteinander von Ökonomie und Ökologie auf der Fläche zurückzukehren. Wir wollen genau das unseren Forstleuten zutrauen und helfen, dass bürokratische Entscheidungen wie bei den Themen Zertifizierung und Nationalpark abgewendet werden oder dass unbürokratisch mit der Region gemeinsam entschieden wird. Wir brauchen auch für unsere Nachkommen den Rohstoff Holz. Das ist heute in der Debatte von vielen gesagt und deutlich gemacht geworden. Wir brauchen Holz in guter und vielseitiger Qualität. Diese Qualität ist mit dem Wissen von Forstleuten seit Jahrhunderten verknüpft. Wenn man diese Forstleute aus den Wäldern jagt, muss man sich nicht wundern, wenn diese Holzqualität dann nicht mehr entsteht. Darauf möchte unsere Fraktion hinweisen. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU, der AfD und der Staatsministern Barbara Klepsch) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Gibt es weiteren Redebedarf? – Für die AfD-Fraktion Herr Prantl, bitte.
