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Ivo Teichmann

fraktionslos 20.09.2023 Sitzungen 7/76

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen! Ich bin sehr dankbar für die heutige Aktuelle Debatte „Sachsens Wälder nicht verrotten lassen – den Rohstoff Holz nachhaltig nutzen“, eingereicht von der CDU-Fraktion. Es mag sein, liebe Kollegen, dass die Wortwahl „den Wald verrotten lassen“ etwas plakativ ist. Nichtsdestotrotz steckt viel Wahrheit in der Thematik. Ich bin Herrn von Breitenbuch für seinen Redebeitrag ausdrücklich dankbar. Es geht nicht darum, schwarz-weiß zu malen; es geht darum, Waldwirtschaft im Einklang mit der Natur zu betreiben. Genau das wollen die Waldbesitzer! Und das müssen die Waldbesitzer! Das muss sowohl der staatliche als auch der Privatwaldbesitzer tun; denn Waldumbau – der zweifelsfrei notwendig ist; das zeigen uns die letzten Jahre ganz deutlich – kostet eine Menge Geld. Doch wie soll das Geld erwirtschaftet werden, wenn ich den Wald stilllege? Wenn ich einerseits sehe, welchen Zuschussbedarf der Staatsbetrieb Sachsenforst in der Vergangenheit hatte – wir hatten beispielsweise 50 Millionen Euro jährlich als Zuschussbedarf beim Sachsenforst; Sie wissen das –, und andererseits wird wertvolles Holz liegen gelassen, dann stelle ich mir die Frage: Ist es nicht sinnvoll, angemessene Anteile auch in den Pflege- und Ruhezonen, in denen keine intensive Waldwirtschaft betrieben wird, trotzdem einer sinnvollen Nutzung zuzuführen? An meinen Vorredner sei ganz klar gerichtet: Es ist nicht so, dass die Waldbesitzer Kahlschläge betreiben oder jeden Stamm entnehmen. Wir lassen selbstverständlich viele Totholzbäume stehen, weil wir uns daran erfreuen, wenn Vogelarten in Totholzbereichen ihren Brutraum haben usw. Wir sind doch nicht weltfremd! Und wir sind nicht lebensfremd! Ich verwahre mich dagegen, die Waldbesitzer zu pauschalisieren, teilweise auch zu diskriminieren, so nach dem Motto, das seien nur (Antonia Mertsching, DIE LINKE: Hat doch niemand gemacht!) Ausbeuter des Waldes oder sonstiges. – Frau Mertsching, Ihrem Redebeitrag habe ich deutlich entnommen, (Antonia Mertsching, DIE LINKE: Ich habe von Biodiversität gesprochen!) dass Sie von Waldbewirtschaftung weder praktische noch theoretische Ahnung haben. (Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE) Durch den Einsatz von Holz in der stofflichen und energetischen Verwendung wird jährlich die Freisetzung von rund 80 Millionen Tonnen CO aus fossilen Brennstoffen vermieden. Eine Kaskadennutzung des Holzes, bei der die energetische Nutzung erst nach der stofflichen Nutzung erfolgt, hat dabei den größten Klimanutzen und ist bereits unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten – ich ging darauf ein – für die sächsischen Waldbesitzer tägliche Praxis. Wenn der Wald einen Festmeter Holz produziert, entnimmt er der Luft rund eine Tonne CO . Dabei werden 250 Kilogramm Kohlenstoff in Holz, Rinde, Zweigen, Blättern und den Wurzeln gebunden und zugleich 750 Kilogramm Sauerstoff freigesetzt. In den Holzprodukten bleibt der Kohlenstoff bekanntlich langfristig gebunden. Ich möchte die Debatte dafür nutzen, unsere heimischen Wälder stärker als bisher zu schützen und zu nutzen. Die zunehmende Nichtbewirtschaftung und Flächenstilllegung vom Staatswald, das Sich-selbst-Überlassen des Waldes sehe ich kritisch – sowohl wirtschaftlich als auch unter dem Gesichtspunkt der Borkenkäferexplosion in Sachsen. In meinem Wahlkreis Sächsische Schweiz bin ich mit der Thematik konfrontiert, dass Wälder stillgelegt werden und die benachbarten Waldbesitzer fragen: Was passiert dann mit dem Borkenkäfer, der weiter ausfliegt und meinen in der Nachbarschaft befindlichen Wald bedroht? Die Nutzung des Holzes als günstiger Energieträger darf nicht länger durch grüne Ideologen verteufelt werden. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Akademische Naturelite!) Zudem ist dies auch eine wichtige und unverzichtbare Einnahmequelle für die sächsischen Waldbesitzer. Ich bin klar gegen die zunehmende Bevormundung unserer Bürger und die damit verbundene Reglementierung, ob sie Holz als Brennstoff im Bestand oder im Neubau künftig noch verwenden sollen oder dürfen. Lassen Sie das die Bürger selbst entscheiden! Stärken Sie den Wirtschaftskreislauf Holz natürlich im Einklang mit der Natur! Vielen Dank.

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