Dr. Matthias Rößler
Das war eine Kurzintervention von Herrn Dr. Weigand. Möchten Sie darauf reagieren, Frau Staatsministerin? – Das ist nicht der Fall. Dann sehe ich jetzt keinen weiteren Redebedarf. Damit schließen wir die erste Aktuelle Debatte ab und kommen zum nächsten Unterpunkt: Debatte verrotten lassen – nachhaltig nutzen Fraktion CDU Dieser Rohstoff ist vielseitig. Die Kaskade haben wir alle vor Augen: die Nutzung als Furnier, als Möbel, als Bauholz, dann natürlich irgendwann als Industrieholz oder am Ende als Brennholz. Oder auch der Reisighaufen, der im Wald liegt oder auch neben unserem Haus. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Oder als Holzschnitzel im Ofen!) Der Rohstoff Holz ist haltbar, widerstandsfähig über viele Jahrhunderte, wie wir an unseren alten Häusern sehen. Er bindet Kohlenstoff und kann später durch Verbrennung unproblematisch entsorgt werden, indem der Kohlenstoff wieder in den Naturkreislauf kommt, eben mit dieser Verzögerung. Das ist eigentlich ein großes Wunder, wenn gleichzeitig in unseren bewirtschafteten Wäldern die höchste nachgewiesene Biodiversität herrscht. Vitalität und Widerstandskraft prägen unsere gesunden und vielfältigen Wälder. Vielaltrigkeit und Vielartigkeit sorgen für eine gesunde Risikostreuung in diesem System. Dieses Wirtschaftsgut stärkt den ländlichen Raum und die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Menschen in Sachsen leben mit und von unseren Wäldern, und sie leben mit und von unseren Bäumen. Nebenbei sei erwähnt, dass es abseits der stofflichen Nutzung natürlich auch die aktuellen Themen gibt, über die wir hier immer diskutieren: Es geht um Energie- und Wärmeversorgung; auch dazu kann Holz einen Beitrag leisten. Der Holzbau ist ja wieder im Gerede. Das ist vielleicht ein guter Weg, um nicht mit Styropor oder künstlichen Stoffen dämmen zu müssen, sondern Holz dafür zu nutzen und generell mehr mit Holz zu bauen und zu konstruieren. (Beifall bei der CDU) Das Positionspapier der CDU-Fraktion spricht das alles deutlich an. Es ist auch eine gute Ergänzung zum Papier des Waldbesitzerverbandes, der auch 13 Punkte entsprechend fundiert aufgeschrieben hat. Jedoch erleben wir in der politischen Diskussion, aber auch vor allem im aktuellen Handeln des zuständigen Staatsministeriums, dass der Verrottung weiter Teile der Wälder heute der Vorzug gegeben werden soll. Verrottung auch weiterhin; ich komme später dazu. Holz bleibt liegen, bleibt stehen, wird nicht mehr genutzt. Der fertige Baum muss wohl noch älter werden, er soll kränkeln und dann sterben. Er soll eben nicht genutzt werden, wie ihn der liebe Gott wachsen lassen hat. Flächenstilllegungen, Prozessschutz, Wildnis – das sind Begriffe einer akademischen Naturelite, die rücksichtlos aus Ämtern und Lobbymacht auf die Nutzungsanforderungen der 85 000 Waldbesitzer, der Waldarbeiter und der Unternehmer, des nachgeordneten Handwerks und der Holzindustrie unserer heimischen Säger trifft. (Beifall bei der CDU) Der Schatz des Waldes, der in seiner Holznutzung liegt und bei dem viele Dinge für Erholung, Klima, Wasserspeicher etc. umsonst über viele Jahre angefallen sind, wird so verplempert, das Volkseigentum nicht nur des Staatswaldes massiv geschädigt. Das muss ein Ende haben, und das war in unserer Koalition auch am Anfang nicht so besprochen. Was ist stattdessen passiert? Zuerst ging es los mit den kleinen Naturschutzmaßnahmen im Wald, mit Heckenpflanzen oder der Projektierung kleinteiligster Biotope auf Kosten des Sachsenforstes. Sachsensümpfchen überall, in jedem Revier sozusagen. Später dann die großen Wildnisgebiete, 1 000 Hektar im Wermsdorfer Wald wurden diskutiert. Später wurde es zurückgenommen, jetzt wird die Fläche woanders gesucht. In Olbernhau soll es so bleiben, dass dieser Wald, der für die Region ganz wichtig ist, entsprechend stillgelegt wird. Jetzt kommt eine rücksichtslose Zertifizierung mit FSC, die auf 30 % der Landesstaatswaldfläche ausgedehnt werden soll und entsprechend nicht, wie vereinbart, in drei Revieren als Vergleichsrechnung ablaufen soll. Eine teure, einseitige Zerifizierungscommunity wird hier finanziert und die Bewirtschaftung auf der Fläche damit lahmgelegt. Die Unternehmer, die letztendlich im Sachsenforst arbeiten, müssen sich jetzt komplett auf FSC, auf diese Anforderung, umstellen, haben entsprechende Kosten und wälzen diese Kosten dann auch entsprechend in die Privatund Kommunalwälder um.
