Peter Wilhelm Patt
Danke schön, Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich das so von den Vorrednern höre, dann ist diesem Staatsbetrieb Gesundheitswesen wohl Tür und Tor weiter geöffnet. Ich würde sehr viel stärker – das möchte ich vorab sagen – auf das Unternehmerische, auf die Persönlichkeit der Ärzte, der Mitarbeiter setzen und viel mehr Freiräume dort lassen, als das alles zu „verkasten“. Ein gutes Beispiel finde ich in meiner Heimatstadt Chemnitz, auch der von Alexander Dierks: Das ist die Gruppe von Hausärztinnen und Hausärzten, die sich zusammengefunden hat. Aber in diesem Fall sind das tatsächlich alles Frauen, also Hausärztinnen, die sich zusammengefunden haben und diesen Modellstudiengang und andere Formen der Zusammenarbeit in Chemnitz angeregt und vorbereitet haben. Das ist ein großartiger Kreis, ganz still von Freiberuflern, auch unternehmerisch denkenden, sehr verantwortlichen Damen, Ärztinnen, die sich Sorgen um ihre Branche machen und sagen: Wir müssen es selbst heilen. Wir müssen selber mit unseren Kammern und Vertretungen, mit unseren berufsständischen Einrichtungen dafür sorgen, wie wir das System nach vorne bringen. So haben wir in Chemnitz eine hervorragende Kooperation zwischen den niedergelassenen Ärzten, und nicht nur solchen in den MVZ und den drei großen Kliniken. Das Städtische Klinikum Chemnitz ist eines der größten der Bundesrepublik. Es steht in einer Reihe mit vielen Universitätsklinika und hat dort Stellenwert und Rang. Auch ist es deutlich größer als die beiden Universitätsklinika Dresden und Leipzig, aber Größe allein ist nicht entscheidend. Wir haben ein zweites Klinikum des DRK in ChemnitzRabenstein, drittens das Klinikum Bethanien und viertens die etwas kleinere Psychosomatische Klinik Carolabad. Diese Kliniken, die drei großen zumindest, arbeiten sehr eng miteinander. Eine Kooperation in technischer Geräteplanung baut sich auf, eine Kooperation in der fachlichen Arbeitsteilung, auch in der Behandlungskette inklusive der Vor- und Nachsorge, wo die E-Akte besonders helfen wird. Das ist ein gutes Beispiel, und man kann Herrn Lauterbach in Berlin sagen, dass er sich bei uns nicht so bald einmischen muss. Wir haben vieles auf dem Weg schon selber gelöst. Und diese Heilungskraft liegt letztlich in der subsidiären Verantwortung und unterliegt nicht dem Diktat von anderen Stellen. Neben der Kooperation der drei Kliniken untereinander und der Kooperation der Niedergelassenen mit diesen Kliniken ist das Städtische Klinikum auch ein Lehrkrankenhaus für verschiedene Universitäten. So ist es folgerichtig, diesen Modellstudiengang nach vorne zu bringen, der eben schon tituliert wurde, nämlich MEDiC. Das ist eine Ausbildung, die innovativ, integrativ, interdisziplinär und interkonfessionell ist, in Chemnitz stattfindet, und wo Studenten von Beginn an praktische Erfahrungen sammeln und in die Praxis eingebunden sind. 2021/2022 wurde mit dem Wintersemester und jeweils 50 Studenten begonnen; heute sind es ungefähr 150 Studenten, die den Campus der Universitätsklinika Dresden in Chemnitz erleben. Diese Studenten erfahren nicht nur die Integration in den Alltag der Praxis bzw. einer Klinik gleich von Beginn an, sondern erlernen auch das, was hinsichtlich der Abrechnung und Verwaltung notwendig ist, um sich als Hausärzte selbstständig zu machen. Das ist das, was wir für die Region suchen: dass sich Ärzte selbstständig machen. Dafür ist MEDiC insbesondere eingerichtet worden. Es sollen unternehmerisch denkende Mediziner sein, die auch die Verantwortung des Freiberuflers – neben ihrer Präsenz und Fachlichkeit – zum Ausdruck bringen. Die Initiative kam aus dem Hausärztekreis, der sich um seine Nachbesetzung selbst kümmert und nicht immer auf den Staat wartet, bis der mit seinen großen Organen tätig wird. So möchte ich zum Ende meiner Redezeit Herrn Prof. Albrecht als Spiritus Rector, dem Studiendekan Prof. Zöphel, Prof. Siepmann als Geschäftsführer und dem Ärztlichen Leiter und eigentlichen Motor vor Ort, Prof. Mirow, danken, ebenso den Berufsfachschulen und Berufsschulen, die alle da tätig sind. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, MEDiC weiter zu fördern –
