Simone Lang
Geburtshilfe und die Arbeitssituation von Hebammen standen in den vergangenen Jahren immer wieder im Fokus der Debatte. Zu Recht, denn die Zeit vor, während und nach einer Geburt kann emotional herausfordernd für die werdenden Eltern sein. Werdende Mütter müssen darauf vertrauen können, dass sie bestmöglich versorgt werden. Bund und Land haben dies zum Anlass genommen, um wichtige Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Mit der Krankenhausreform des Bundes sollen ländliche Krankenhäuser mit einer Geburtshilfe-Abteilung, die bereits heute einen Sicherstellungszuschlag erhalten, zusätzliche Finanzmittel bekommen. Damit sollen gerade ländliche Geburtsstationen erhalten werden. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert mit 3,3 Mio. Euro das Versorgungsnetz „Sichere Geburt" am Universitätsklinikum in Dresden. Dieses macht hochschulmedizinische Expertise in der gesamten Versorgungsregion Ostsachsen verfügbar und ermöglicht eine telemedizinische Betreuung von Schwangeren, Früh- und kranken Neugeborenen und deren Familien. Das Projekt beschäftigt sich mit Möglichkeiten der Steuerung einer regionalen Versorgung, der Gewährleistung einer sicheren Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen in einer Region mit rückläufigen Geburtenzahlen sowie dem Einsatz von telemedizinischen Angeboten. In Sachsen fördern wir eine Koordinierungsstelle Hebammen, die über ein Hebammennetzwerk verfügt, mit dem Hebammen und nach Geburtshilfe suchende Frauen zusammengebracht werden können. Darüber hinaus setzt sich die Koordinierungsstelle für die Nachwuchsgewinnung ein und bietet Fortbildungen an, die den Wiedereinstieg in die klinische Geburtshilfe erleichtern sollen. Der im Antrag erwähnte Studiengang Hebammenkunde wurde im Jahr 2021 an den Universitäten in Dresden und Leipzig mit je 25 Studienplätzen eingerichtet. Die medizinischen Fakultäten haben die Studienplätze mit Eigenmitteln zusätzlich erhöht. Vielen Dank. Gegenstimmen? – Danke. Stimmenthaltungen? – Keine. Damit ist der Änderungsantrag abgelehnt. Meine Damen und Herren! Ich stelle nun die Drucksache 7/13330 zur Abstimmung und bitte bei Zustimmung um Ihr Handzeichen. – Vielen Dank. Gegenstimmen? – Danke. Stimmenthaltungen? – Keine. Damit ist die Drucksache 7/13330 nicht beschlossen. Der Tagesordnungspunkt ist beendet. zu Protokoll Sie sehen, in diesem Bereich passiert einiges, obgleich der bereits bestehende Personalmangel und der relativ hohe Altersdurchschnitt unter den Hebammen die Situation nicht leichter macht. Umso wichtiger, dass wir uns gemeinsam mit dem Sozialministerium, aber auch im Rahmen von Regionalkonferenzen im Zuge des novellierten Sächsischen Krankenhausgesetzes Gedanken über die zukünftige Versorgung machen. Den Antrag der Fraktion DIE LINKE würden wir zum Ende der heutigen Plenarsitzung dennoch ablehnen. Auf die Schwierigkeiten der im Antrag geforderten landesweiten Versorgungsplanung oder der Erfassung des Leistungsangebots der örtlich tätigen Hebammen durch die Gesundheitsämter ist das Sozialministerium in der Stellungnahme eingegangen. Auch bei der Frage nach zusätzlichen Studienplätzen sehen wir weiteren Beratungsbedarf. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass wir weiterhin eine qualitativ gute Geburtshilfe sicherstellen – auch unter zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen.
