Ronny Wähner
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Mein Kollege Alexander Dierks hat in der ersten Runde schon wesentliche Punkte angeführt, aus denen sich schlussfolgern lässt, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, sich für die Legalisierung von Cannabis einzusetzen. Aber ich möchte diese Problematik noch einmal aus dem Blickwinkel der Sicherheit betrachten, um vielleicht zusätzliche Argumente dafür zu liefern, sich entschieden gegen die Legalisierung zu wenden. Zum einen ist es das Thema Verkehrssicherheit. Wie bei Alkohol ist es verboten, unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr zu führen. Bei Alkohol erinnert sich der ein oder andere vielleicht noch an seine Fahrschulausbildung. Es gab gewisse Berechnungsformeln, und man konnte relativ sicher selbst einschätzen, wann man nach dem Genuss von Alkohol, nach einem Bier wieder in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen, ohne unter Alkoholeinfluss zu stehen. Den Grenzwert lasse ich mal weg. Am besten ist es, ohne Alkohol zu fahren. Das ist, denke ich, der gesunde Menschenverstand. (Petra Čagalj Sejdi, BÜNDNISGRÜNE, steht am Mikrofon.) Aber bei Cannabis sieht es ganz anders aus, weil der THCGehalt – der Wirkstoff, der für den Rausch verantwortlich ist – nicht einer linearen Abbaukurve unterliegt, wie es bei Alkohol der Fall ist. Er unterliegt einem ganz anderen, relativ komplexen Verhalten, sodass es nicht nachgewiesen ist oder verlässliche Zahlen darüber gibt, wann man wieder imstande ist, ein Fahrzeug sicher zu führen. (Zuruf der Abg. Antonia Mertsching, DIE LINKE) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Gestatten Sie eine Zwischenfrage?
