Valentin Lippmann
Er muss mir nicht zuhören, aber ich wollte nicht den Disput mit der Präsidentin stören, der ihm eigentlich nicht zusteht. Aber gut. – Sehr geehrte Frau Präsidentin, ich bitte um eine Kurzintervention zu dem Redebeitrag von Herrn Kirste. Herr Kirste, ich habe lange überlegt, ob ich dazu noch etwas sage, weil die Kurzintervention von Frau Kliese sehr viele Punkte angesprochen hat, die vollkommen richtig sind. Ich will aber meine Kurzintervention nutzen, um Sie auf etwas anderes hinzuweisen. Sie sind dabei, die Freiheit zu verteidigen und haben einen vollkommen verkürzten, bornierten Freiheitsbegriff, an dem Sie festhalten. (Lachen bei der AfD) Sie wähnen sich in der Tradition großer Denker, in die Sie sich leider nicht begeben, weil Sie sie nicht verstanden haben, und Sie verkennen, dass die Freiheit in der Zukunft von Dingen und Entscheidungen im Hier und Jetzt abhängen wird. Sie werden irgendwann Ihre Freiheit, alles zu tun und zu lassen, was Sie wollen, nicht mehr haben, wenn Sie Angst um das Leben, wenn Sie Angst um unseren Planeten haben müssen, weil Sie keine lebenswerte Zukunft mehr finden. Dann ist nämlich alle Freiheit nichts mehr wert. Sie können das jetzt an dieser Stelle wieder mit hämischen Kommentaren und Ähnlichem versehen. Sie werden vielleicht in 30, 40 Jahren begreifen, dass Freiheit nichts wert ist, wenn Ihr Haus aufgrund von Waldbränden abbrennt, (Zuruf von der AfD) dass Freiheit nichts mehr wert ist, wenn wir Jahrhunderthochwasser nicht mehr in Jahrhunderten, sondern in Jahrzehnten oder Jahren haben, dass Freiheit nichts mehr wert ist, weil Menschen nicht mehr auf die Straße gehen können, weil ihnen zu warm ist und ihnen sonst droht, gesundheitliche Folgen davonzutragen. (Zuruf von der AfD) Freiheit ist voraussetzungsreich. Der Voraussetzungsreichtum von Freiheit liegt darin begründet, dass wir Freiheit nur dort ausüben können, wo wir in der Lage sind, zu handeln. Und Sie sind mit Ihrer Politik, mit Ihrer Freiheit im Hier und Jetzt, einzig und allein begriffen zu sein, eine Partei, die Politik für die Vergangenheit macht und nicht für die Zukunft. Sie riskieren die Freiheit Ihrer Kinder, Ihrer Enkel, zukünftiger Generationen dadurch, dass Ihr Freiheitsbegriff intellektuell dort endet, wo Sie nicht begreifen wollen, dass die Freiheit der Zukunft im Hier und Jetzt verteidigt wird und nicht die Freiheit der Vergangenheit. Vielen Dank. (Beifall bei den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsministerin Petra Köpping – Zuruf des Abg. Jörg Urban, AfD –
