Christin Melcher
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch ich höre die Unkenrufe, und sie kamen zum Teil in der Debatte vor: Es ist schon klar, was da rauskommt. Wer soll es denn am Ende machen? Haben wir nicht andere Probleme in der Bildungspolitik? Ich bin nicht bereit, mich davon entmutigen zu lassen. Ich möchte den Ball von Frau Friedel in ihrem Eingangsstatement aufgreifen: Es geht hier vor allem um Ermutigung. Uns allen ist doch klar, dass während der Corona-Pandemie alle Beteiligten an Schulen – Eltern, Schüler, Lehrkräfte – neu, anders und auch intensiver auf Schule geschaut haben. Lassen Sie uns doch diesen Schwung mitnehmen, um gemeinsam neue Ideen für die Schule der Zukunft zu entwickeln. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, den LINKEN und der SPD) Auch ich habe meine ganz persönlichen Antworten auf die eine oder andere aufgeworfene Frage. Wir BÜNDNISGRÜNE haben Ideen, wie die Schule der Zukunft aussehen soll. Wir wollen eine moderne, eine gerechte, eine demokratische Schule. Wir wollen kein Kind zurücklassen, und wir wollen die beste Bildung für alle. Der Prozess „Bildungsland Sachsen 2030“ hat aber gerade erst begonnen. Wir sind gut beraten, die Ergebnisse der Foren abzuwarten. Das ist auch eine Frage des Respekts und der Wertschätzung. Gelungene Beteiligung heißt eben Ergebnisse nicht vorwegzunehmen, die Debatte nicht mit den eigenen Vorstellungen zu überstülpen und auch die Chance auf Veränderung weder kleinzureden noch zu überhöhen. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die echte Herausforderung wird ohnehin die Umsetzung sein. Bei der Umsetzung braucht es aus meiner Sicht mehr als gute Argumente. Wir brauchen die Bildungsakteure vor Ort. Wir brauchen Verbündete und die echte Bereitschaft zur Veränderung. Nur dann kann dieser Beteiligungsprozess auch ein Reformprozess sein. Ich bin und bleibe zuversichtlich, dass uns das mit diesem Prozess gelingen kann. Vielen Dank. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der CDU, der SPD und der Staatsregierung)
