Georg-Ludwig von Breitenbuch
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir wollen natürlich über das Thema debattieren, insofern eröffnen wir eine zweite Rederunde. Herr Dornau, Sie haben angesprochen, dass wir den Holzheizungsantrag, den Sie aus Bayern kopiert haben, abgelehnt haben. Das ist richtig. Wir haben in der Koalition selbstverständlich Diskussionen über das Thema. Ich will auch gar nicht darum herumreden, dass wir dort – auf feine Art natürlich – Aspekte diskutieren und nicht immer bei der gesamten Schnittmenge einig sind. Das gehört dazu. Insofern haben wir den Holzheizungsantrag damals abgelehnt. Herr Böhme, die Holzspeicherung alter Wälder – Herr Böhme? Herr Kollege? – (Zuruf: Herr Böhme, jetzt lernen Sie etwas! Zuhören!) ist begrenzt, weil die voll sind. Sie sind alt. Letztendlich wird mit einer kalten Verbrennung, nämlich mit dem Vergehen des alten Holzes, der Kohlenstoff wieder freigegeben. Das heißt eigentlich, die Speicherung leisten junge Wälder. (Zuruf der Abg. Antonia Mertsching, DIE LINKE) Wenn Sie sich den Holzaufbau eines Baumes vor Augen führen, stellen Sie fest, dass junge Bäume mit einer größeren Bindung von Kohlenstoff wachsen als alte Bäume. Das heißt, ein junger Wald ist agiler und speichert mehr CO . (Marco Böhme, DIE LINKE: Der alte Wald hat schon Millionen gespeichert! – Zuruf der Abg. Antonia Mertsching, DIE LINKE) – Ja, die Frage ist, was er freigibt oder ob er letztendlich CO bindet. Ich denke, mit der Waldbesitzerin Frau Köpping bin ich mir einig, dass die Bäume, die letztendlich CO verarbeiten, natürlich ganz wichtig für das Klima in diesem Land und auf der ganzen Welt sind. Darum sollte man sich noch einmal mit der Speicherung von Kohlendioxid, von Kohlenstoffen beschäftigen – im Vergleich zu der Zeitachse, auf der Bäume wachsen und in unseren Wäldern stehen. (Zuruf der Abg. Antonia Mertsching, DIE LINKE) Herr Böhme, Sie sagen: Nutzungsdruck. Ich kann keinen verstärkten Nutzungsdruck feststellen, sondern ich sehe, dass wir letztendlich relativ gleichmäßig Holz vermarkten und abgeben. (Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE) Einmal haben wir sehr gute Preise und dann teilweise auch katastrophale Preise. Das heißt, manche Betriebe geben gar kein Holz ab, sondern warten ab. Insofern ist dieser Nutzungsdruck wirklich vor Ort noch einmal zu hinterfragen. Zum Speichervermögen habe ich etwas gesagt. Zum Thema Feinstaub: Wir sind eine hochzivilisierte Gesellschaft, die das sehr genau misst und darauf vielleicht Rücksicht nehmen will. Aber wenn man das mit Staub vergleicht, der vor 100 oder vor 50 Jahren in der Atmosphäre war, dann sind wir hier schon sehr exakt und genau unterwegs. Ich würde sagen, manches kann man auch übertreiben. (Zuruf der Abg. Antonia Mertsching, DIE LINKE) Sie sagen, man sollte gar keine Anreize mehr geben, diesen Kreislauf zu befördern. Das sehen wir völlig anders. Wir halten gerade diesen Kreislauf, der Kohlenstoff bindet und wieder abgibt, für eine ganz tolle Sache. Wenn das mit diesem Anteil Verbrennung – die Kaskadenlösung wurde angesprochen – vernünftig läuft, dann ist das ein Kreislauf, der – verglichen mit anderen Kreisläufen, die wir entwickeln, ob das ein Windrad ist, ob es eine Solaranlage ist, (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) hoch technisch, mit Energieeinsatz – letztendlich absolut vergleichbar ist und wettbewerbsfähig daherkommt. Ihre Idee mit einer Holzheizung für den Landtag, einer Hackschnitzel- oder Pelletheizung, finde ich charmant; das sollten wir überlegen. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU – Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE)
