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Marika Tändler-Walenta

Die Linke 27.04.2023 Sitzungen 7/70

Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Grundlage des Ihnen vorliegenden Entschließungsantrages sind die Ergebnisse der vorhin erwähnten Sporttour. Es war für mich nicht nur beeindruckend, was die Aktiven leisten, ob Kind oder Erwachsener, ob Mann oder Frau, ob im ländlichen Raum oder in der Stadt – alle haben sie eins gemeinsam: Leidenschaft für den Sport, den sie ausüben; sei es ein eher kleinerer Gewichtheberverein in Meißen, der ein europaweites Turnier – vielleicht auch bekannt, das Turnier der Blauen Schwerter – im Ehrenamt stemmt oder ein 600 Mitglieder starker Verein aus Rackwitz, der alle Voraussetzungen hat, um weiterhin erfolgreichen Breitensport anzubieten, nur keine moderne Halle, weil die Kommune es sich im Kern durch Altverschuldung nicht leisten kann, oder der Ringerverein in Markneukirchen im Vogtland, der seine Schützlinge bei der Europameisterschaft in Zagreb vergangene Woche angefeuert hat. Wir wissen alle, was Sport leistet, was die Ehrenamtlichen über den rein präventiven Aspekt der Gesundheitsvorsorge hinaus leisten. Dabei ist das Ehrenamt stärkeren Veränderungen unterworfen. Längere Lebensarbeitszeit und straffere Ausbildungswege sind nur zwei Gründe, warum das ehrenamtliche Engagement zunehmend unter Druck steht. Deshalb braucht das Ehrenamt neue Anreize. Ein Punkt ist der Bildungsurlaub, eine andere Idee, die es perspektivisch gilt, zumindest einmal in Betracht zu ziehen, ist die Anerkennung von Rentenpunkten für Ehrenamtstätige, zum Beispiel gekoppelt an Lizenzen. Ich sprach vorhin von Spielgemeinschaften. Zwei Vereine tun sich zusammen, um gemeinsam Nachwuchstraining durchzuführen. Und stellen Sie sich mal vor: Die Kids aus dem einen Dorf kommen nicht zum Training in das andere Dorf, weil kein Bus fährt. Der ÖPNV – ein Dauerbrenner in den ländlichen Regionen, eben auch für Sportvereine. Unsere Idee: eine Elterntaxipauschale, weil viele Eltern, Verwandtschaft und Bekanntschaft sich organisieren, aber sie ja auch von den Preissteigerungen betroffen sind. Ein weiteres Dauerthema während der Tour waren natürlich die Energiekosten für Sportvereine und Kommunen, die oft Eigentümer der Sportstätten sind. Die einzige Unterstützung der Bundesebene besteht in der Strom- und Gaspreisbremse. Hier müssen wir die im Haushalt geschaffenen Verstärkungsmittel für Maßnahmen aufgrund der Energiepreiskrise auch Sportvereinen zugänglich machen, indem die Verwendung der Mittel bei diesem Titel nicht an Härtefälle in existenziellen Notlagen gekoppelt sein sollte. Ich übersetze mal: Der Verein muss insolvent sein, um Zuschüsse beantragen zu können. Wenn der Verein aber an die Wand gefahren ist, braucht er auch keine Zuschüsse mehr; schon während der Corona-Pandemie ein großes Verständnisproblem. Hier müssen wir Regelungen für Sportvereine finden; ob in Form einer Pauschale oder gemessen an den tatsächlich evaluierten Mehrkosten, überlasse ich Ihnen, auch hinsichtlich bestimmter möglicher Rücklagen, denn diese dienen oft dem Trainingslager oder dem Vereinsfest, gegenwärtig oft die erste Einsparung im Verein. Hier muss der Landtag ein deutliches Zeichen Richtung Sportverein, aber natürlich auch Richtung Kommunen senden. Nun würde es sicher nicht lange dauern, bis auch die Kommunen die Nutzungsgebühr für die Sportvereine wiederum erhöhen werden. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Genau!) Eines darf aber aus unserer Sicht auf gar keinen Fall passieren: dass die Mehrkosten der Kommunen oder der Sportvereine dann letztendlich auf Mitgliedsbeiträge umgelegt werden. Denn aus unserer Sicht müssen Sportangebote für alle Menschen, unabhängig vom Alter, unabhängig vom Einkommen und unabhängig vom Wohnort zugänglich sein. Sport, sehr geehrte Damen und Herren, ist kein Luxusgut, sondern Teil Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Kommen Sie bitte zum Schluss!

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