Robert Clemen
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte zuerst mal mit einer Mär aufräumen: Wir haben in Sachsen die Situation, dass wir den größten Teil unseres Wassers aus Talsperren beziehen; Grundwasser ist nicht mal halb so stark vertreten bei der Bereitstellung des Wassers und auch das Uferfiltrat nicht. Quellwasser ist sogar noch deutlich geringer vertreten. Insofern müssen wir uns zunächst einmal bei der Frage des Wassermanagements auf Folgendes konzentrieren: Was passiert mit unseren Talsperren? Wie werden unsere Talsperren gemanagt? Wie können diese Talsperren weiterhin als Wasserreservoir genutzt werden? Aus unserer Sicht ist es gut und wichtig, dass sich die Regierung zusammen mit den Wasserversorgungsträgern darüber Gedanken gemacht hat, wie die Wasserversorgung in Zukunft sichergestellt werden kann, damit die Sachsen nicht auf dem Trockenen sitzen müssen. Die Sicherstellung der Wasserversorgung ist für uns eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Hier müssen wir vorausschauend und zielorientiert planen und handeln. In diesem Zusammenhang können wir positiv feststellen, dass die Waldmehrung seit dem Jahr 1926 erstmals tatsächlich von 26 % der Landesfläche auf derzeit 28,3 % der Landesfläche gestiegen ist. Das ist ein riesiger Erfolg. Der Landtag hatte bereits im Jahr 1926 darüber debattiert, dass die Waldfläche in Sachsen ansteigen müsste. Das Ziel war damals über 30 %. Dieser Wert ist aber nicht erreicht worden. Seit 1926 haben wir eine Waldfläche von ungefähr 26 % gehabt; manchmal knapp darüber, manchmal knapp darunter. Jetzt ist es erstmals gelungen, diese Waldfläche auf 28,3 % zu erhöhen. Das ist doch ein deutlicher Erfolg und zeugt davon, dass wir jetzt einen Wasserspeicher haben, der deutlich zugenommen hat, und es nicht so ist, dass die Bäume weniger Wasser speichern können. Die Grundsätze der sächsischen Wasserversorgung in einer Konzeption fortzuschreiben wird daher von uns ausdrücklich begrüßt. Die veränderten Rahmenbedingungen, wie die Entwicklung der Dargebotsressourcen, die Sicherung der Nachfrage nach dem Gut Wasser für die unterschiedlichsten Zwecke, die Veränderung der Sicherheitslage, die demografische Entwicklung und die Forderung nach digitalen und transparenten Prozessen sind dafür nur einige Gründe; aber natürlich auch die demnächst geplanten Industrieansiedlungen. Sich abzeichnende Veränderungen sind die aus den ehemaligen Tagebauen. Dort entstehen größere Seen, die in Sachsen zwei interessante Seenlandschaften hervorbringen und die natürlich auch Verdunstungsflächen erzeugen. Diese erfordern es, dass wir uns über das Wassermanagement dieser Wasserflächen intensiv Gedanken machen und auch den Fragen nachgehen: Wie verändert diese Situation das Klima? Wie verändern die Anstiege des Grundwassers, die damit einhergehen, langfristig die Situation, wie wir sie in den letzten 70, 80 Jahren erlebt haben? Die Wasserressourcen werden weltweit immer mehr nachgefragt und geraten weltweit immer mehr unter Druck. Deswegen ist es notwendig, sparsam und verantwortungsvoll mit den Wasserressourcen umzugehen. Deshalb zum Schluss auch die Aufforderung an alle Bürgerinnen und Bürger, den schonenden Umgang mit Wasser weiterzuführen und sich darüber Gedanken zu machen, wie man weiter Wasser sparen kann. Wir müssen uns alle gemeinsam dazu verpflichten, Wasser schonend, verantwortungsvoll und mit großem Weitblick einzusetzen und eine behutsame, durchdachte Wasserpolitik zu betrieben. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und des Staatsministers Martin Dulig)
