Robert Clemen
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Norman Maclean hat in seinem Buch „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ formuliert: Ich kann mich dem Wasser nicht entziehen. So ähnlich geht es mir auch. Ich habe seit frühester Kindheit immer eine sehr große Affinität zum Wasser gehabt und habe sie auch heute noch. Wasser ist Quelle allen Lebens, aber auch Gefahrenquelle. Ohne Wasser kein Leben, aber durch zu viel Wasser kann auch Leben sehr schnell zerstört werden. Insofern finde ich es sehr gut, dass die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN heute diese Aktuelle Debatte hier angestrengt hat. Zwar sind die Sachsen im Ländervergleich die sparsamsten Wasserverbraucher. Durchschnittlich sind es in Sachsen 90 Liter Frischwasser pro Einwohner und Tag. Doch im Bundesdurchschnitt liegt der Verbrauch bei ungefähr 120 bis 125 Liter pro Einwohner und Tag. Das deutsche Trinkwasser zählt zu den saubersten Lebensmitteln weltweit. Darauf können wir stolz sein. Jedoch – Volkmar Zschocke hat es erwähnt – scheinen wir uns in Zeiten zu begeben, in denen es extreme Niederschlagsmengen gibt. Auf der einen Seite haben wir Starkniederschläge mit enormen Regenmengen, auf der anderen Seite haben wir dann wieder Trockenperioden. Anders als im römischen Klimaoptimum und in der mittelalterlichen Warmzeit, als mit der Erwärmung der Erde gleichzeitig die Niederschlagsmengen auf der Nordhalbkugel anstiegen und auch einigermaßen gleichmäßig verteilt waren, ist das nicht mehr der Fall, sodass das Wasser in der Form, wie es jetzt vorhanden oder eben auch nicht vorhanden ist, gemanagt werden muss. Die Wasserversorgung in Sachsen ist so, dass wir seit der Wiedergründung Sachsens, seit der friedlichen Revolution und der deutschen Einheit inzwischen fast alle Sachsen an die zentrale Wasserversorgung anschließen konnten. In den Neunzigerjahren wurden viele Millionen Euro aus dem Soli und auch dank der immensen Solidarität der Mitglieder der Europäischen Union ausgegeben, um die sächsische Wasserversorgung in einer Qualität gestalten zu können, dass jetzt fast 100 % der Sächsinnen und Sachsen an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind. Es gibt jedoch noch 0,6 %, die noch nicht an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen sind. Das sind die so genannten Brunnendörfer. Um diese müssen wir uns in den kommenden Wochen und Monaten intensiv kümmern. Wir können verzeichnen, dass die Menschen in Sachsen mit dem kostbaren Gut Wasser sehr sorgsam und sparsam umgehen. Der spezifische Wasserverbrauch der Haushalte und des Kleingewerbes hat im Zeitraum der deutschen Wiedervereinigung noch 141 Liter pro Einwohner pro Tag betragen, danach ging er deutlich zurück, und in den vergangenen Jahren – ich hatte es erwähnt – auf das niedrige Niveau von circa 90 Litern pro Einwohner und Tag bewegt. Deutliche Unterschiede sind dabei allerdings zwischen den Großstädten und dem ländlichen Raum in Sachsen festzustellen, was unter anderem am Auffangen und der Nutzung des Regenwassers liegt. In den vergangenen Jahren konnten wir verzeichnen, dass unsere Landestalsperrenverwaltung sehr, sehr konsequent und qualitativ hochwertig mit dem Management der Wassermengen umgegangen ist, dass sie auch bei Hochwassersituationen, bis auf einige Ausnahmen, mit den Wasserspeichern gut die Spitzen abfedern konnte. Ähnliches gilt für die nächsten Jahre auch für Niedrigwasserperioden. Meiner Auffassung nach ist die Landestalsperrenverwaltung sehr, sehr gut in der Lage, sowohl Hoch- als auch Niedrigwassersituationen abzufedern und damit für Sachsen ein Wassermanagement zur Verfügung zu stellen, was uns für die nächsten Jahre die Wasserversorgung absichern kann. Vielen Dank, meine Damen und Herren. (Beifall bei der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN)
