Rico Gebhardt
Fragen Sie Herrn Wiesner!) Ich möchte an dieser Stelle aber einen wichtigen Punkt setzen, (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Bisschen Selbstironie heute, oder?) weil er die Wirtschafts- und Entwicklungspolitik gleichermaßen betrifft – Stichwort: Arbeitskräfte. Hierzu gibt es sicher verschiedene Meinungen. Wir sind uns wohl noch einig, dass es einen Fachkräftebedarf gibt. Wie wir damit umgehen wollen, da trennen sich aber die Wege. Letzte Woche hieß es wieder: Sachsen wirbt um Ausländer. Woher sollen die Ausländer kommen? (Petra Čagalj Sejdi, BÜNDNISGRÜNE: Na, aus dem Ausland! – Heiterkeit bei der LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN) Ja klar, aus dem Globalen Süden! Herr Kretschmer, der sächsische Ministerpräsident, meinte, in Indien gebe es einen gigantischen Bevölkerungsüberschuss, man nehme niemandem etwas weg. Werte Kollegen, (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Es gibt auch Kolleginnen!) ich habe noch aus keinem Land der Welt gehört, dass es sich über einen Fachkräfteüberschuss beschwert, auch nicht aus Indien. Und ist es nicht gerade für die Länder des Globalen Südens das Grundübel, dass keine gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen aufgebaut, sondern die wenigen Fachkräfte, wie Ärzte, Ingenieure und Informatiker, abgeworben werden? Dass sich die restliche Bevölkerung auch auf den Weg in den Norden macht, wenn man ihnen vor Ort das wichtige Humankapital entzieht, das ist die logische Konsequenz. Soweit scheinen aber weder Wirtschafts- noch andere Minister zu denken. Die Gedanken münden vielmehr darin, Ausländer- in Willkommensbehörden umbenennen zu wollen. Nein, werte Staatsregierung, das ist keine Wirtschaftsförderung und keine Entwicklungshilfe, sondern das ist blanker Aktionismus. Daher mein dringlicher Appell: Investieren wir in die eigenen Leute, anstatt in die An- bzw. Abwerbung von Fachkräften! Der Arbeitsmarkt ist kein Transfermarkt und Fachkräfte sind keine Ware. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD)
