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Lars Kuppi

AfD 16.03.2023 Sitzungen 7/68

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Punkte in diesem Antrag, in denen wir übereinstimmen, sind die gleichen wie bereits im Antrag vor einem Jahr, liebe LINKE. Ja, der Lehrermangel ist gravierend. Ja, der Lehrermangel ist das Ergebnis von 30 Jahren CDU-Politik in diesem Land. Ja, der Lehrermangel muss behoben werden. Aber auch diesmal bietet Ihr Antrag keine Lösung. Sie wollen Zentralisierung, Sie wollen Sozialismus. Die Ideen Ihres Antrags sind reine Zahlenspielereien. (Widerspruch bei den LINKEN) Wer entscheidet im Zweifelsfall, wohin der ausgebildete Physiklehrer versetzt wird? Soll ein in Sachsen ausgebildeter Lehrer von staatlicher Stelle nach Berlin oder Schleswig-Holstein delegiert werden? Jetzt machen Sie sich vollkommen unglaubwürdig. Wir als AfD-Fraktion forderten eine stärkere Versetzung verbeamteter Lehrer aus Dresden und Leipzig – 70 % der jungen Lehrer wollen dort bleiben – in den ländlichen Raum. Sie haben es abgelehnt. Wir wollten den Lehrermangel auf dem Land durch Versetzung bekämpfen – Sie nicht. Anstatt den Lehrermangel in Sachsen zu beheben, machen Sie die Lehrer zu Schachfiguren im gesamten Bundesgebiet. Wie stellen Sie sich eigentlich eine gerechte Finanzierung der zentralisierten Ausbildung vor? (Zurufe von den LINKEN) Ist es gerecht, wenn das Steuergeld Sachsens am Ende Bremen zugutekommt? Alle Bundesländer bilden Lehrer aus. Aber alle haben große Schwierigkeiten, ausreichend grundständig ausgebildete Lehrer zu finden. Der Wettbewerb spornt die Länder an, Programme und Initiativen aufzulegen, um dem entgegenzuwirken. Wettbewerb, Leistungsgesellschaft eben, von der wir leider immer weiter durch Ihre linke Agenda abrücken. Ihre Zentralisierung ist kontraproduktiv, Motivation geht verloren, frei nach dem Motto: Der Bund wird es schon richten. Ein weiterer Punkt sind einheitliche Standards. Das klingt zunächst gut, aber schauen Sie sich das unterschiedliche Niveau der einzelnen Bundesländer an. Welches Niveau soll die Grundlage für Ihren Zentralismus bilden? Das von Bremen oder doch lieber das von Sachsen? Das bisher gute sächsische Niveau darf nicht noch weiter verwässert werden. (Staatsminister Christian Piwarz: Haben Sie die falsche Rede herausgesucht?) – Nein, habe ich nicht. Es geht aber auch um Standards, wie die Ausbildung sein soll. Wir müssen darüber nachdenken, welchen Standard wir haben wollen: den von Bremen oder den von Sachsen? Wir wollen lieber den von Sachsen behalten und nicht den von Bremen haben. Das bisher gute Niveau darf deswegen nicht noch weiter verwässert werden. Ja, wir müssen die Lehrerausbildung in die Fläche tragen, aber bitte im eigenen Bundesland. Wir brauchen pädagogische Hochschulen in der Fläche. Das haben wir als AfD-Fraktion vorgeschlagen, und Sie als LINKE lehnten es ebenfalls ab. Warum entscheiden sich immer weniger Absolventen für ein Lehramtsstudium? Warum steigt die Abbrecherquote? Am Geld kann es kaum liegen. Die jungen Menschen werden von der Realität eingeholt. Ich nenne ein Beispiel. Zum einen ruft Die LINKE immer nach Arbeitsentlastung, zum anderen fordern Sie die bedingungslose Inklusion, wohl wissend, dass jegliches Personal dafür fehlt. Ist das für Sie kein Widerspruch? Und machen wir uns doch einmal ehrlich: Wenn die halbe Welt weiter in unsere Klassenzimmer drängt – und es sind nicht nur ukrainische Kinder –, dann helfen auch die besten Programme nicht mehr. Reden Sie mit Lehrern, fragen Sie, was in den Klassenzimmern los ist! Auch das ist nicht gerade motivierend für einen jungen Menschen. Alles in allem wollen wir den Föderalismus des Bildungssystems erhalten. Ihr sozialistischer Antrag schafft keinen einzigen Lehrer zusätzlich. Deshalb lehnen wir ihn ab. (Beifall bei der AfD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Kuppi sprach für die Fraktion der AfD. Für die Fraktion BÜNDNISGRÜNE spricht nun Frau Kollegin Dr. Maicher.

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