Wolfram Günther
Zunächst kann man nicht grundsätzlich sagen, dass sich das nicht rechnet. Es gibt Untersuchungen für Agri-PV-Anlagen, zum Beispiel beim Anbau von Kartoffeln. Dabei hat man festgestellt – nominell verschwindet ein bestimmter Prozentsatz der Anbaufläche, weil dort etwas aufgeständert wird –, dass durch den Mehrwert in Trockenzeiten – Verschattungen, weniger Verdunstung – der Kartoffelertrag auf über 100 % der Fläche gestiegen ist. Gleichzeitig ist die PV-Ausbeute nicht genauso hoch wie bei einer reinen PV-Anlage. In dem Fall, von dem ich gelesen habe, waren es 80 %. Das heißt dann aber Flächenertrag. Wenn ich beides zusammennehme, 108 % plus 80 %, kann der Landwirtschaftsbetrieb 188 % Ertrag aus der Fläche holen. Das ist ein Riesenvorteil. Das geht bis hin zu Entwicklungen – das gibt es schon am Bodensee bei Sonderkulturen –, dass man sagt, man braucht zum Beispiel einen Hagelschutz oder Ähnliches. Bevor man ein Dach aus Kunststoff in die Landschaft baut, baut man dort lieber eine PV-Anlage. Im Freistaat Sachsen haben wir staatlicherseits mit der HTW Dresden im LfULG bei Pillnitz eine eigene Anlage, womit wir die Optimierung genau untersuchen. Sie steht seit letztem Jahr. Wir als Freistaat Sachsen haben in unserem eigenen Lehr- und Versuchsgut in Köllitsch eine sehr große Agri-PV-Anlage, und wir sind im Austausch mit Landwirtschaftsbetrieben, die das machen wollen. Ich will jetzt keine einzelnen nennen. Dabei geht es um Detailfragen, wie Einspeisepunkt und Netzausbau mit Energieversorgern vor Ort. Aber dort steht die Wirtschaftlichkeit gar nicht infrage, sondern es gibt ein riesengroßes Interesse, das zu machen. Diese Themen bringen wir im Bund ein. Das ist zum Beispiel bei der Erstellung der nationalen Solarstrategie im BMWK einer unserer Punkte. Die Flächenkonflikte müssen wir als Allererstes ernst nehmen und dort muss immer unser Handlungsschwerpunkt sein. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank. Die BÜNDNISGRÜNEN haben keinen Fragebedarf mehr angezeigt. SPD? – Auch nicht mehr. CDU? – Auch nicht. AfD? – Ebenfalls nicht. Weitere? – Frau Kollegin Mertsching, das ist jetzt die letzte Frage für den gesamten Tagesordnungspunkt. Bitte schön, Frau Kollegin.
