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Wolfram Günther

16.03.2023 Sitzungen 7/68

Erst einmal gibt es keinen Widerspruch. Ich will noch weiter vorn ansetzen, was den Wolf anbelangt: Wir haben in Sachsen ein Wolfsmanagement und das schließt den Abschuss von Wölfen nicht aus. Es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, und wenn sie erfüllt sind, dann soll auch ein Abschuss erfolgen, ganz selbstverständlich. Deshalb stimmt Ihre Behauptung schlichtweg nicht. Die politische Diskussion unterscheidet nur: Soll es den Abschuss geben, wenn es ein konkretes Problem mit einem Tier gibt, oder soll man bestandsregulierend eingreifen? Dazu sage ich: Nein, nicht bestandsregulierend, weil es keine Probleme löst. Denn es ist die Frage, ob es sich neben einer Schafherde um einen durchziehenden Wolf handelt oder um ein Rudel mit 20 Tieren. Wenn die 20 Tiere den Herdenschutz nicht überwinden, gibt es kein Problem. Wenn der eine Wolf reingeht, dann muss ich in diesem Problemfall eingreifen. Aber ich habe nichts gewonnen, indem ich einfach von einem Rudel etwas wegnehme. Das ist im Übrigen eine fachliche Diskussion und dazu können Sie sich auch mit Wissenschaftlern auseinandersetzen. Probleme sind zu lösen, aber es sind nicht pauschal irgendwelche Dinge zu machen, die keinen Benefit bringen. Das heißt, Wolfsabschüsse sind nicht ausgeschlossen und nach meiner politischen Grundüberzeugung sollten sie es auch nicht sein. Denn wenn konkrete Probleme vorhanden sind, dann gehört es zum Instrumentenkoffer dazu, auch wenn „Entnahme“ immer ein wenig euphemistisch klingt. Zum Thema Wind und Wald. Auch das sind immer Zielkonflikte, die man sehen muss. Aber wir haben Kategorien gefunden. Wir nehmen die naturschutzfachlichen Kriterien extrem ernst. Das bedeutet, dass wir bei circa 10 % der Flächen unserer Wälder keine großen Konflikte sehen; deshalb kann man sie auch mit ausweisen. 25 % muss man sich im Einzelfall anschauen. Wenn man das addiert, sind es 35 %. Es bleiben 65 % der Wälder, wozu wir sagen: Dort nicht! Das ist der Großteil. Sie haben wahrscheinlich auch schon formal ausgewiesene Waldflächen gesehen, die naturschutzfachlich die höchste Amplitude haben, was die Biodiversität anbelangt. Was das Thema Artenvielfalt und Biodiversität anbelangt, lade ich Sie herzlich ein. Wir haben die Biodiversitätsstrategie des Freistaates Sachsen durchs Kabinett gebracht und beschlossen. Es sind ein paar Hundert Einzelmaßnahmen – nicht nur des SMEKUL, sondern der gesamten Staatsregierung – für alle Handlungsfelder, die wir haben. Das ist solch eine Vielfalt, wie wir auf Artenschutz eingehen, plus die Instrumente, mit denen wir unsere Akteure vor Ort stärken. Wir reden dabei von den Naturschutzstationen, dem neuen Instrument der Schwerpunktnaturschutzstationen, der finanziellen Aufstockung, den Naturparks, der Förderung der Verbandsstrukturen etc. Biodiversität ist uns ein sehr ernstes Anliegen. Von daher kann ich keine Behauptung im Raum stehen lassen, dass das irgendwie infrage gestellt worden sei. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank. Nun wieder die Fraktion DIE LINKE an Mikrofon 1; Frau Kollegin Mertsching.

Protokoll ↗