Wolfram Günther
Das ist insbesondere eines der Themen der vom Bund erst vergangene Woche vorgestellten Solarstrategie – wie ich es gerade versucht habe, darzulegen –: Wir wollen diese einzelnen Zielkonflikte in eine kluge Aussteuerung bekommen. Das bedeutet, dass im Zweifelsfall, bevor man auf wertvolle Landwirtschaftsflächen geht, andere Flächen gezielt in den Blick nimmt, um das einfacher zu machen. Damit sind wir bei schon versiegelten Flächen, insbesondere Dachflächen, und der Frage, wie das vereinfacht werden kann. Es geht aber auch um Industriebrachen, die vor allen Dingen in den Blick zu nehmen sind, und – das war die vorangegangene Frage – um Rekultivierungsflächen, die für landwirtschaftliche Bewirtschaftung und andere Dinge noch nicht unbedingt denselben Wert haben. Dort gibt es im EEG schon Impulse, die die Bundesregierung mit Änderungen versehen hat. Gleichzeitig muss man mit diesen großen Flächen und Flächen-PV immer auch sehen: Wir brauchen im Freistaat Sachsen ein gutes Auspendeln zwischen Windkraft und PV, da insbesondere der Ertrag, wenn man es auf die Fläche herunterrechnet, durch ein Windrad viel höher ist, als durch PV. Windkraft hilft also auch hier, Flächenverbrauch zu minimieren. Auch mit anderen energetischen Nutzungen, etwa beim Biomasseanbau, ist wieder die PV-Anlage, ist der Ertrag pro Flächeneinheit um ein vielfaches höher. Ansonsten versuchen wir es zu steuern – auch Flächen, die landwirtschaftlich weniger Ertrag bringen. Das ist die Fotovoltaik-Freiflächenverordnung, in der wir das für benachteiligte Gebiete eröffnen und sagen: Betriebe, die es dort sowieso schon schwer haben, können von dieser Länderöffnungsklausel Gebrauch machen. Wir befördern Projekte der Agri-PV und wollen, dass das verstärkt wird, damit wir in der Nutzung nicht mehr dieses Entweder-oder haben, sondern ein Sowohl-als-auch. AgriPV heißt, dass gleichzeitig Landwirtschaft stattfinden kann; ob das reguläre Landbewirtschaftung, Grünlandbewirtschaftung oder Beeren- und Obstanbau ist. Überall dort sehen wir große Potenziale und haben in Sachsen bereits einzelne Anlagen, auf denen wir das ausprobieren. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank. Nun die Fraktion der SPD; Kollege Winkler an Mikrofon 3.
