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Mario Beger

AfD 01.02.2023 Sitzungen 7/65

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ist in der sächsischen Koalition der Unterschied zwischen drei Kleinen Anfragen und einem Antrag? Richtig, es ist die Überschrift. Diese vertraute Praxis der Kenia-Koalition mit ihren kurzfristig zusammengestellten Berichtsanträgen mag man kritisieren, ändern tut sich trotzdem nichts. Die Fragen sind dabei gar nicht so schlecht. Das Thema Weinbau ist für Sachsen sogar recht wichtig. Die traditionsreiche Geschichte des sächsischen Weinbaus ist seit dem Mittelalter vom Wandel geprägt, vom florierenden Anbau bis hin zum Niedergang durch die sogenannte Reblauskatastrophe im 19. und 20. Jahrhundert. Schließlich ist die Anbaufläche von 220 Hektar zur Wende auf nun immerhin über 500 Hektar angewachsen. Seit dem Ende der DDR können wir beim Weinbau in Sachsen von einer echten Renaissance sprechen. Darauf können wir alle stolz sein. Das ist umso erfreulicher, weil ein prosperierender Weinbau wirtschaftliche Strahlkraft in andere Branchen entwickelt und somit ganze Regionen voranbringt. Das kann ich nur allzu gut aus meiner Heimat, dem Landkreis Meißen, bestätigen. So eröffnet der Weinbau im Verbund mit touristischer Erschließung, beispielsweise durch Wander- und Radwegenetze, die Möglichkeit, Arbeitsplätze zukunftssicher zu machen, und zwar nicht nur an den Rebstöcken; auch im Hotel- und Gaststättengewerbe können gesicherte Tourismuseinnahmen generiert werden. Doch auch beim Berufsbild des Winzers gibt es wie in anderen Fachberufen eine hohe Nachfrage nach Fachkräften – kein neues Problem. Gute Winzer wachsen leider nicht auf Bäumen, und die mitunter arbeitsintensiven Wochen der Weinlese sagen nicht jedem jungen Menschen zu. Was macht man nun, wenn man in Sachsen Winzer werden will? Da es hier kein Berufsschulangebot gibt, müssen die jungen Leute beispielsweise nach Rheinland-Pfalz oder nach Baden-Württemberg in die dortigen Winzerschulen gehen. Frage in die Runde: Was passiert dann wohl mit den talentiertesten jungen Winzerlehrlingen fernab ihrer sächsischen Heimat? – Richtig: Sie werden von den dortigen Betrieben abgeworben. Auf Dauer ist das ein untragbarer Nachteil für unsere heimische Weinkultur, wo diese doch gerade auf kluge Köpfe angewiesen ist. Daher fordern wir ganz klar: Der Teilschulnetzplan für Berufsschulen muss geändert werden, damit die duale Ausbildung zum Winzer ein fester Bestandteil unseres Bildungsangebots in Sachsen wird. (Beifall bei der AfD) Es ist für die Betriebe auch wichtig, dass innovative Methoden wie Drohnenflüge in Zukunft gefördert und vom Freistaat unterstützt werden. Kritisch sehen wir allerdings eine thematische Verengung auf grüne Herzensanliegen, weil diese dem Weinbau mehr schaden als nutzen. Ebenso fragwürdig ist das Unterjubeln der Forderung nach einer Pflichtabgabe im Begründungsteil seitens der Koalitionsfraktionen. Zwar ist für das sächsische Weinbaugebiet eine Marketinggesellschaft zum Bündeln von Werbeaktivitäten sinnvoll. Jedoch sollte dieses Vorhaben aus den Reihen der Winzer selbst erfolgen und eben nicht vom Staat mittels einer Pflichtabgabe gesteuert werden. Insgesamt sind in diesem Antrag einige sinnvolle Ansätze wie die Förderung der Steillagenbewirtschaftung oder die Anpflanzung pilzresistenter Rebsorten zu erkennen. Die Einführung von Pflichtabgaben ist allerdings alles andere als sinnvoll. Aus diesem Grund werden wir uns zu diesem Antrag der Stimme enthalten. Vielen Dank. Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Herr Beger für die AfD-Fraktion. Für die Fraktion DIE LINKE jetzt bitte Marco Böhme.

Alle Reden von Mario Beger Protokoll ↗