Jan-Oliver Zwerg
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kollegen! Auch ich möchte noch einmal auf ein paar Redebeiträge eingehen. Ich weiß nicht, Herr Löser, welches Betonrecycling Sie konkret gemeint haben, aber Betonrecycling wird schon seit 20 Jahren verwendet. Dieser Kreislauf existiert, solches Material kommt zum Beispiel unter die Bodenplatten zur Festigung des Bodens; wir haben ja öfter Bodenaustausch. Aber vielleicht haben Sie etwas anderes gemeint. Holzbau sehr gern. Ich fahre sehr gern in den Urlaub nach Österreich, dort wird sehr viel mit Holzbau gemacht. Wir können es hier gern auch machen, aber für den Geschossbau sind bitte immer die Gegebenheiten zu beachten. Wir haben dann einen erhöhten Brandschutz zu beachten, aber es geht. Warum aber wollen wir uns eigentlich immer so sehr in eine Richtung festlegen? Ich finde das eigenartig. Ich berate seit 20 Jahren Bauherren zur Haustechnik. Deshalb können Sie mir wirklich glauben, dass vielleicht 1 % erwähnt hat, dass sie das mit der Wärmepumpe wegen des Klimaschutzes machen. Etwa 1 % kommt vielleicht zusammen, beim Rest war es wie folgt: Beispielsweise hat man im Verkaufsgespräch im Jahr 2011 – die Strompreise und die Gaspreise waren relativ günstig, im Verhältnis gesehen bei Gas vielleicht 5, 6 Cent und beim Strom waren es 11, 12 Cent – die Anschaffungskosten beider Aggregate vorgerechnet, wie sich das darstellt, und der Bauherr konnte entscheiden, ob er es macht oder nicht. So etwas nennt man: Das regelt der Markt. Das Argument Klimaschutz spielte damals ganz klar gar keine Rolle, aber der Umweltschutz war vielleicht ab und zu ein Thema – allerdings, wie gesagt, im 1-%-Bereich. Diese Erfahrungen durfte ich im Verkauf sammeln. (Zuruf der Abg. Sabine Friedel, SPD) Es ist aber auch interessant zu wissen oder zu sehen, wie und auf welcher Grundlage sich die Menschen entscheiden, mit welchen Materialien sie bauen wollen. Man geht also diesen Weg mit und sagt: Ihr könnt sowohl das eine als auch das andere bekommen. Und nicht: Ihr müsst das eine machen, weil wir ab dem Jahr 2024 oder 2025 Gasheizungen in Deutschland als Neueinbau verbieten werden. Das kann nicht der Weg sein. (Beifall bei der AfD) Deshalb: Freie Wahl für die Bauherren! Das sollte das Credo sein. Natürlich sind alle Baustoffe und Weiterentwicklungen, Herr Flemming, willkommen. Ich lade Sie ein, einmal mit zum Energiewendekongress an die Bergakademie Freiberg zu kommen; das machen die einmal im Jahr. Das letzte Mal war ein hochrangiger Vertreter der Betonindustrie dort. Er hat erzählt, welche tollen Projekte sie auf den Weg gebracht haben, dass sie die Klimageschichte mittragen wollen und müssen, dass es grüner Beton werden muss usw. usf. Dann kam die Frage von einem Unternehmer – es waren auch Bauunternehmer dort –, was der Beton dann kostet. Die klare Antwort war, mit dem Doppelten müsse man schon rechnen. Auf diesen Punkt will ich aufmerksam machen: Wir können alles entwickeln, vollständig entwickeln und marktreif gestalten – doch es muss auch jemanden geben, der das Zeug braucht und bezahlen kann. Wenn wir beim Bezahlen sind – ich habe es vorhin schon gesagt –: Die Menschen in diesem Land streben Wohneigentum an. Das ist doch sehr löblich. Wohneigentum ist für die Menschen in diesem Land so etwas wie eine „Rente für später“. Man investiert in jungen Jahren, wenn man noch gutes Geld verdient, in sein Haus bzw. in das Hausprojekt, baut sich ein Häuschen und hat dann im Alter eventuell keine Mietzahlungen oder irgendwelche Kreditbelastungen mehr. Das ist der Weg. Das sollten wir fördern und nicht darauf drängen, dass die Leute so und so zu bauen haben. Lassen wir ihnen doch die Wahl, und der Markt regelt das. Wenn wir natürlich alles an der Klimadiskussion festmachen, wenn wir das immer wieder als Hauptargument bringen, Herr Löser, muss ich Ihnen sagen: Das ist realitätsfern. Das werden wir als AfD nicht mittragen. (Beifall bei der AfD) Dazu werden wir noch die eine oder andere Diskussion führen. Diese Dinge dürfen der Bauwirtschaft und den Bürgern nicht durch ideologische und verblendete Politik aufgezwungen werden. Denn ebenso wenig, wie man eine Volkswirtschaft nur mit Genderbeauftragten und Klimamanagern betreiben kann, (Zuruf der Abg. Lucie Hammecke, BÜNDNISGRÜNE) kann man jedes Haus stur mit Holz, Stroh oder Lehm bauen. Das war früher einmal der Fall. Man kann es heute wieder machen – man muss es aber nicht. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Man kann das schon! –
