Lucie Hammecke
Vielen Dank, Herr Präsident. – Wir können es sehr gern „Ökobauernhof“ nennen, denn das ist genau das, was entstehen soll. Hätten Sie im Ausschuss zugehört, wüssten Sie auch, dass im März nächsten Jahres der Probebetrieb startet und im darauffolgenden Jahr der reguläre Betrieb beginnt. Der Ökobauernhof ist in dreifacher Hinsicht eine richtig gute Idee, und das möchte ich Ihnen gern vorstellen: Punkt 1: Es entstehen Ausbildungsplätze für Gefangene in den grünen Berufen. Damit wird die Voraussetzung dafür geschaffen, dass wenn die Gefangenen aus der Haft entlassen werden, sie in diesen Berufen arbeiten können. Und damit begegnen wir übrigens auch dort in den grünen Berufen einem Fachkräftemangel. Punkt 2: Es ist ökologisch wertvoll, wenn dort zukünftig bedrohte Nutztierrassen gezüchtet oder alte Pflanzensorten gepflanzt werden. Punkt 3: Es ist auch für das Bild des Vollzugs und für die Enttabuisierung sehr wichtig; denn wenn diese Menschen aus der Haft entlassen werden, stoßen sie häufig auf seltsame Vorstellungen, was im Vollzug abgeht und wer sie eigentlich sind. Und wenn diese Produkte zum Beispiel auf regionalen Wochenmärkten verkauft werden, dann wird damit eine Art Enttabuisierung angestoßen und damit ein Leben in sozialer Verantwortung. Das ist meine Lieblingsbeschreibung für das, was der Vollzug eigentlich leisten sollte. Das ist das Ziel dieses Ökobauernhofs in der JVA Torgau. Das finden wir sehr gut. Deshalb sichern wir es sogar noch mit eigenen Änderungsanträgen, die im Ausschuss auch eine Mehrheit bekommen haben, über das Jahr 2024 hinaus ab. Wir lehnen Ihren Antrag ab. Vielen Dank. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN und der CDU)
