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Thomas Kirste

AfD 16.12.2022 Sitzungen 7/63

Wir sind ein Industrieland, ja!) Ist das wirklich das Wichtigste im Vergleich zu all dem anderen, worüber wir gerade sprechen, was man mit den Händen machen könnte oder was man über Gesundheit lernen könnte? Ist es wirklich das Wichtigste, in Klasse 9 für rechtwinklige Dreiecke nicht fünf, acht oder 13 Unterrichtsstunden, sondern 32 Unterrichtsstunden laut Lehrplan aufzuwenden? Ist es das, womit wir unsere Kinder und Jugendlichen auf die Welt, in der sie leben, vorbereiten? Ich glaube nicht. Deshalb gibt es nicht nur in anderen Ländern, sondern auch in Deutschland Schulen, die anders agieren. Dort gibt es das Fach „Herausforderung“. Dann bin ich drei Wochen unterwegs, auf mich allein gestellt und habe was ganz anderes zu tun. Oder es gibt das Fach „Verantwortung“. Dann bin ich freitags nicht in der Schule, sondern im Pflegeheim nebenan und lerne dort eine ganze Menge über chemische Substanzen, über den Umgang mit Menschen, über den Aufbau des Körpers usw. usf. All diese Punkte, denke ich, müssen uns bewegen, wenn wir die großen Debatten führen wollen. Wir wünschen uns sehr, dass 2023 mit dem Prozess „Bildungsland Sachsen 2030“ das Jahr wird, wo man wirklich Mut zu den großen Debatten hat. Denn was stellen wir fest? Die Schulen werden heute von Jugendlichen verlassen, die nicht nur zu 50 % sagen, sie wüssten gar nicht, was sie später machen wollen – weil es die Schule nicht schaffen konnte, in dem starren Korsett, in dem sie sich befindet, ihnen Lust auf etwas zu machen –, sondern sie verlassen die Schule auch damit: Ich weiß gar nicht, was ich gut kann. Denn die Schule gibt keinen Raum, Fähigkeiten und Talente, die man hat, zu vertiefen und weiterzuentwickeln, weil alle bis zur letzten Klasse dasselbe lernen müssen. Das funktioniert in unseren heutigen Zeiten nicht mehr. Die Debatte zu führen war jetzt ein guter Anlass, und da freue ich mich auf das nächste Jahr umso mehr. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD und des Staatsministers Christian Piwarz) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Sabine Friedel für die SPD-Fraktion. Ich sehe jetzt an Mikrofon 7 Herrn Dr. Weigand, vermutlich mit einer Kurzintervention.

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