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Simone Lang

SPD 16.12.2022 Sitzungen 7/63

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! In den vergangenen Jahren wurden die Entscheidungen, sich impfen zu lassen, immer kontrovers und hitzig geführt. Gerade in der Pandemie wurden wissentlich oder unwissentlich zahlreiche Falschinformationen speziell in Bezug auf die CoronaImpfung verbreitet. Dabei geriet leider aus dem Blick, dass Impfungen zu den wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen gehören, um sich vor zum Teil lebensgefährlichen Infektionskrankheiten und schweren Komplikationen zu schützen. Die Ausrottung der Pocken und der Kinderlähmung in Deutschland gehört zu den größten Leistungen der Medizin. Dies wäre ohne die entsprechenden Impfungen nicht möglich gewesen. In den vergangenen Monaten wurde jedoch deutlich, dass immer mehr Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen bzw. Erwachsene sich schwertun, sich selbst impfen oder Impfungen auffrischen zu lassen. Aus dem Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit geht hervor, dass die Zahl der Standard-Impfungen um 14 % zurückging. Dabei steht Sachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern durchaus noch gut da. Rund 40 % der Null- bis Siebzehnjährigen kann 2021 zumindest eine empfohlene Schutzimpfung nachweisen. Dennoch müssen wir diese Entwicklung im Blick behalten. Das Paradoxe an dieser Situation ist, dass viele Menschen im Laufe der Jahre vergessen haben, welche gesundheitlichen Risiken mit einer Infektion und einer Erkrankung einhergehen. Weil die Gefahren durch die Krankheit weitestgehend gebannt sind, treten die möglichen Nebenwirkungen der Impfungen umso stärker in das Blickfeld, obwohl diese deutlich seltener auftreten und hinter den Risiken der Erkrankung zurückbleiben. Gerade der Rückgang bei den Vierfach-Impfungen gegen Diphterie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung offenbarte das Problem noch deutlicher. Kinderlähmung ist in Deutschland zum Glück fast vergessen. Wir müssen unser Möglichstes tun, damit dies auch so bleibt. Der vorliegende Antrag soll zum einen dabei helfen, relevante Informationen zu den Impfquoten zusammenzutragen, um eine bessere Datengrundlage zu erhalten. Zum anderen zielt der Antrag darauf ab, den „Runden Tisch Impfen“ erneut ins Leben zu rufen, um sich gezielt mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren den rückläufigen Impfquoten zu widmen. Weiterhin soll der Öffentliche Gesundheitsdienst stärker darin eingebunden werden, niederschwellige Angebote zu koordinieren und anzubieten. Dieser Punkt ist vor allem für jüngere Menschen ohne Hausarzt von besonderer Bedeutung. Von prioritärer Bedeutung ist – das sollten wir nicht unterschätzen – die Frage, wie wir es schaffen, ein umfassendes Erinnerungsmanagement zu etablieren; denn oftmals ist der Grund für eine fehlende Impfung sehr banal: Wir denken einfach nicht daran. Deshalb stimmen Sie bitte unserem Antrag zu. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollegin Lang sprach für die SPD-Fraktion. Kollege Prantl spricht nun für die AfD.

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