Volkmar Zschocke
Vielen Dank, Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich möchte noch einmal auf die Fakten zurückkommen. Die FFHRichtlinie besagt, dass einzelne Tiere unter vereinfachten Voraussetzungen entnommen werden können, wenn der günstige Erhaltungszustand erreicht ist. Hierzu gibt es in der Tat noch Klärungsbedarf, da dies von der Definition der Population abhängt. Hierbei hat die sächsische Koalition auch schon gehandelt, indem wir die Staatsregierung aufgefordert haben, sich bei der Erarbeitung des Wertes für die günstige Referenzpopulation mit den sächsischen Erfahrungen einzubringen. Herr Böhme hat es schon gesagt, und ich möchte es unterstreichen: Die Schäden bei Weidetieren gehen von ganzen Rudeln aus. Sie gehen aber auch von territorialen Einzeltieren aus, möglicherweise auch von durchziehenden oder von jungen Wölfen. Die Gefahren für schlecht geschützte Weidetiere bestehen immer. Die Rechnung „weniger Wölfe gleich weniger Schäden“ ist einfach falsch. Das führt zu der gefährlichen Annahme, man könne durch mehr Abschüsse die Sicherheit erhöhen. Meine Damen und Herren, Herdenschutz ist der einzig wirksame Weg zur Vermeidung von Rissen. Möglichst viele Wölfe müssen möglichst früh lernen, dass jede Annäherung an Weidentiere mit Stromschlag oder anders bestraft wird. Die wenigen Wölfe, die sich trotzdem an Weidetieren vergreifen, müssen zügig entnommen werden. Das ist bereits jetzt möglich. Nur in der Kombination aus ernsthaftem Herdenschutz und der schnellen Entnahme von identifizierten Problemwölfen liegt der Schlüssel für eine friedliche Koexistenz von Weidetieren und Wölfen. Die Lösungen in Bezug auf Herdenschutz und Wolfsmanagement müssen fundiert sein, wie es der Debattentitel schon sagt. Einfach nur den Schutzstatus zu senken, trägt nicht zu mehr Schutz bei. Deswegen sage ich Folgendes ganz deutlich: Unser gemeinsames Ziel muss doch die Sicherheit der Weidetiere sein, die Sicherung der Existenz der Tierhaltung und nicht die Befriedigung von irgendwelchen Stimmungen. Danke schön. (Beifall bei den GRÜNEN und des Staatsministers Wolfram Günther)
