Dr. Matthias Rößler
Für die Staatsregierung sprach Herr Staatsminister Piwarz. Ich sehe jetzt keinen weiteren Redebedarf mehr in dieser zweiten Aktuellen Debatte. Damit ist die zweite Aktuelle Debatte abgeschlossen. Ich rufe auf: Debatte friedlichen Revolution. für Deutsche Einheit und gehört nach Plauen und Leipzig Fraktion CDU CDU-Fraktion ist klar: Mit der Entscheidung für diesen Standort muss auch an die friedliche Revolution und an deren Startpunkte erinnert werden. Das, was von Plauen und Leipzig ausgegangen ist, weckt noch heute die Emotionen der Menschen und verbindet Köpfe und Herzen der Menschen miteinander. Ich kann mich selbst daran erinnern, was mir und vielen anderen damals durch die Köpfe gegangen ist, als wir bei den Demonstrationen mit dabei waren: was wir uns vorgestellt haben, wovon wir geträumt haben und was wir damit erreichen wollten. Aber wir waren „nur“ dabei. Andere in unserer Heimat haben mit Freunden, Nachbarn und Kollegen Versammlungen organisiert. Sie haben Flugblätter geschrieben und verteilt. Sie haben heimlich fotografiert. Sie haben gefilmt und das Material an westliche Medien geschmuggelt, damit überhaupt jemand zum Beispiel in Frankfurt oder anderen Städten von dieser Entwicklung erfährt. Sie haben damit private und berufliche Positionen aufs Spiel gesetzt, ja, sie haben ihr Leben riskiert – nur, um einen Prozess in Gang zu setzen, der Veränderungen überhaupt möglich macht. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, diesen Frauen und Männern speziell in Plauen und Leipzig für ihren Mut und Einsatz zu danken. Sie sind – gemeinsam mit vielen anderen in diesem Freistaat Sachsen – die wahren Helden von 1989. (Beifall bei der CDU, der SPD und des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE – Beifall bei der Staatsregierung) Meine Damen und Herren! Für dieses Zentrum bewirbt sich ein starkes Städte-Duo: eine wachsende Metropole Leipzig und eine mittelgroße Stadt Plauen, die eine starke Verbindung in den ländlichen Raum hat, ins Vogtland. Diese Kooperation ermöglicht es, dass wir viele Partner aus Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft erreichen und dass wir ein Netzwerk über Sachsen und Deutschland hinaus knüpfen können. Der Clou aber ist der „Zukunftszug“: die Idee, dieses Zukunftszentrum eben nicht nur an zwei festen Standorten zu etablieren. Ein „Zukunftszug“ soll im Land unterwegs sein; er soll Menschen verbinden und einfach Angebote machen, damit man mit Vertretern verschiedener Bevölkerungsgruppen in einen Dialog treten kann. Meine Damen und Herren, ich hoffe sehr, dass die Jury, die über den Standort entscheidet, erkennt: Das Zukunftszentrum gehört nach Plauen und Leipzig. Es waren die Menschen in diesen beiden Städten, die im Herbst 1989 mit Mut und Entschlossenheit dem kommunistischen System die Stirn geboten haben, die für Meinungsfreiheit und Pressefreiheit, für freie Wahlen und Reisefreiheit kämpften. Der Funke, den die Plauener und Vogtländer gemeinsam mit den Leipzigern dort geschlagen haben, hat in vielen Städten ein Lauffeuer ausgelöst. Die Menschen sind mobilisiert worden, sich friedlich für Veränderungen zu engagieren. Klar ist, ohne Plauen und Leipzig hätte die deutsche Geschichte einen anderen Verlauf genommen, hätte Europa heute vielleicht ein anderes Gesicht. Das darf man bei diesem Entscheid nicht zur Seite wischen, das muss man würdigen. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und vereinzelt bei der SPD)
