Christian Piwarz
Kollegin Friedel, ich denke, wir sind da gar nicht weit auseinander bzw. stimmen an vielen Stellen überein. Wir müssen Lehrpläne dahin gehend weiterentwickeln – das hatte ich angesprochen –, stärker kompetenz- und anwendungsorientiert ausgelegt zu sein, um den Schülern schneller den Mehrwert vermitteln zu können, das heißt zu vermitteln, den es bringt, sich das Wissen anzueignen. Dadurch sind Reduzierungen bei der Stofffülle vielleicht durchaus sinnvoll. Es gibt jedoch durchaus andere Bereiche, bei denen ich Mühe habe: wenn beispielsweise ernsthaft die Forderung aufgemacht wird – das haben wir im Schulausschuss erlebt –, dass wir die Bedienung einer Waschmaschine zum Unterrichtsgegenstand erheben. Dann wird es schwierig, weil wir in eine Bagatellisierung von Lehrplaninhalten geraten würden. Wir befinden uns immer in dem Zwiespalt – darauf will ich noch einmal hinweisen –, dass gegenüber den Schülern und damit dem Bildungssystem eine Erwartungshaltung formuliert wird, wenn sie unser Schulsystem verlassen – ganz egal, ob mit den Abschlüssen der Oberschule oder des Gymnasiums –, einerseits von den Hochschulen, aber auch von den ausbildenden Berufen. Es wird deutlich, dass ein gewisses Grundwissen, eine gewissen Stoff- bzw. Wissensfülle in der Breite notwendig ist. Diese müssen wir weiterhin abdecken; wir sind gemeinsam in der Verantwortung, das zu bedenken. Der letzte Punkt. Der Begriff „Entschlackung“ ist ein wenig zum Kampfbegriff geworden; damit hat Kollege Richter recht. Wenn wir die Leute draußen fragen, dann würden sie wahrscheinlich damit konformgehen und denken, dass jetzt reduziert werde. Wir müssen miteinander aufpassen, dass der pädagogische Ansatz, aus nachvollziehbaren, pädagogischen Gründen zu verändern, nicht hinten herunterfällt und alle nur noch sagen, wir machen noch ein Stück weniger; denn das wäre in der Tat zu kurz gesprungen. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Ich rufe zum Schlusswort auf. Frau Neuhaus-Wartenberg, bitte.
