Sabine Friedel
Ja, Frau Präsidentin, das zwingt leider dazu. Ich meine, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Das Schlagwort der Entschlackung von Lehrplänen mag etwas kurz springen, aber es ist keine aus unseren Reihen aufgedrückte Debatte, sondern eine Debatte mit einem ganz klaren wissenschaftlichen Hintergrund. Wir hatten hier vor wenigen Monaten eine Anhörung im Schulausschuss mit einem Sachverständigen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft – das sind die, die es nun wirklich wissen –, der uns nahegebracht hat, was sich am Physikunterricht ändern muss, damit es überhaupt wieder gelingt, mehr junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern. Das Urteil war völlig klar: dass die Stofffülle drastisch zu reduzieren ist und es möglich ist, in derselben Stundentafelzeit ein ganz anderes Verständnis für das Fach zu erzeugen, wenn ich mich vom bisherigen Lehrplan verabschiede und stattdessen entlang von Konzepten unterrichte. Diesen Zugang sollten wir nicht verwehren. Denn man kann dreimal, fünfmal oder achtmal feststellen, dass die Lehrpläne eigentlich sehr schön gedacht sind. Wenn sie aber in der Praxis von so vielen Lehrkräften offenbar missverstanden werden, dann ist vielleicht das Instrument nicht das geeignete, und wir müssen überlegen: Wie machen wir Lehrpläne so, dass dieses Missverständnis reduziert werden kann? (Beifall bei der SPD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Herr Staatsminister, bitte.
