Christian Piwarz
Herr Kollege Richter, ich bin Ihnen dankbar für die Kurzintervention. Sie trifft genau meine Intention, die mir an dieser Stelle wichtig ist. Ich muss auch deutlich sagen, es ist eine aufgedrückte Diskussion, leider auch aus Ihren Reihen. Natürlich können wir auch innerhalb der Koalition in diesem Hohen Haus über verschiedene Dinge intensiv diskutieren. Aber der Begriff kommt nicht von mir, um das einmal ganz deutlich zu sagen. Sie haben an einer Stelle sehr deutlich den Finger in die Wunde gelegt. Das ist auch das, was Sandra Gockel sehr deutlich gemacht hat: Dieser Lehrplan gibt heute schon viel pädagogische Freiheit, und das ist das, was wir wollen. Wir wollen, dass Lehrerinnen und Lehrer ihre pädagogischen Fähigkeiten und Fertigkeiten anwenden und den eigenen Weg finden, wie sie Lehrplaninhalte den Schülern vermitteln, wie sie sie anwendungsfähig vermitteln und wie ein Benefit am besten für die Schülerinnen und Schüler herauskommt. Wir sind im Zwiespalt, dass einerseits Lehrerinnen und Lehrer sagen, es müsste viel mehr im verpflichtenden Teil drin sein, also, dass sie sich selbst offensichtlich an mancher Stelle ihrer eigenen Fähigkeiten vielleicht zu wenig bewusst sind. Andererseits muss man auch deutlich sagen: In den Lehrplänen ist genügend Luft, gibt es genügend Möglichkeiten, ein Schuljahr sinnvoll auszufüllen, ohne dass – Frau Neuhaus-Wartenberg, da muss ich Ihnen widersprechen – dieses Gefühl da ist, dass der Lehrplan alles so vorgibt, dass das Schuljahr komplett gefüllt ist. Ich bringe immer das Beispiel – und es ist auch gut, das noch einmal im Hohen Haus zu tun –: Von den knapp 40 Unterrichtswochen, die wir pro Jahr je nach Kalender zur Verfügung haben, sind nur etwa 25 mit Lehrplaninhalten gefüllt. Der Rest dient dazu, zu vertiefen, zu wiederholen, gegebenenfalls im Projektunterricht – oder was auch immer – das Wissen anzuwenden. Er ist auch schon eine Vorsorge, und zwar schon seit vielen Jahren, für Krankheit, Ausfall oder Ähnliches. Das heißt, die Flexibilität, die Sie angesprochen haben, ist das große Pfund, mit dem sächsische Lehrpläne wuchern können. Deshalb wäre ich gegen die Entschlackung defizitorientiert. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht auch genau anschauen müssen, wo Lehrpläne modernisiert und an die neue Zeit angepasst werden müssen. (Beifall bei der CDU) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Frau Friedel, auch eine Kurzintervention?
